Bei Temperaturen von minus elf Grad in der Nacht und am frühen Morgen hat in Berlin die erste Arbeitswoche nach den Feiertagen begonnen. Und viele Berliner Kinder mussten frieren. Denn in mehreren Schulen versagten am Montag die Heizungsanlagen, an einigen Einrichtungen begann deshalb der erste Tag nach den Ferien mit Unterrichtsausfall, weil es in den Gebäuden zu kalt war.

So wurden die Schüler der Heinz-Brandt-Gemeinschaftsschule in Weißensee am Morgen nach Hause geschickt, weil die Heizung ausgefallen war. An der Marcana-Grundschule in Marzahn wurden die Eltern gebeten, die Schüler wegen zu niedriger Temperaturen in den Räumen abzuholen. Verbleibende Kinder seien im Hortgebäude einer anderen Schule untergebracht worden, sagte Norman Heise, Vorsitzender des Landeselternausschusses. In Neukölln gab es am Montag an drei Schulen Probleme mit den Heizungsanlagen. Nach Angaben des Bildungsstadtrates Jan-Christopher Rämer (SPD) konnten die Mängel jedoch schnell behoben werden, sodass deshalb kein Unterricht ausfallen musste. Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf konnten die Max-von-Laue-Schule sowie mehrere Sportanlagen nicht ausreichend beheizt werden, der Unterricht fiel deshalb am Montag aus. Auch in der Grundschule am Traveplatz in Friedrichshain gab es Probleme mit der Heizung. Nach Angaben des Schulstadtrats Peter Beckers (SPD) wurden 332 Mädchen und Jungen nach Abstimmung mit den Eltern nach Hause geschickt. An der Kurt-Schumacher-Grundschule in Kreuzberg war die Heizung ausgefallen, wurde aber so schnell repariert, dass der Unterricht stattfinden konnte.

Ob die beiden Weichenstörungen, die am Montagmorgen die S-Bahnlinien S5, S7 und S75 lahmlegten, ebenfalls auf die Kälte zurückzuführen sind, war unklar. Der Verkehr war zwischen den Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald für etwa zwei Stunden unterbrochen, wie die S-Bahn Berlin mitteilte. Auch danach kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. Wegen einer Weichenstörung am S-Bahnhof Springpfuhl gab es auf diesem Abschnitt im Berufsverkehr Verspätungen. Die S-Bahn hat in den vergangenen Jahren viele Anstrengungen unternommen, damit Weichen bei hohen Minustemperaturen nicht einfrieren.

Kalt erwischt hat es am Montag auch die Berliner Polizei. Bei 90 Funkwagen der Marke Opel seien die Dieselfilter eingefroren, twitterte die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin (DPolG). Später stellte sich heraus, dass nur 85 Wagen vom Typ Zafira betroffen waren. Zur Ursache konnte Polizeisprecher Stefan Redlich nichts sagen. Er versicherte, dass sich die Polizei im Herbst für ihren Fuhrpark Winterdiesel liefern lassen habe. Es werde aber auch geprüft, ob die Lieferung korrekt gewesen sei.

Das Lageso an der Turmstraße in Moabit öffnete bereits um 6.30 Uhr erstmals seit dem 23. Dezember wieder. Hunderte Flüchtlinge, auch mit Kleinkindern, warteten bereits vor der Registrierungsstelle, an der es inzwischen mehrere beheizte Zelte gibt.

Trotz der Kälte warnt die Feuerwehr davor, Eisflächen auf Gewässern zu betreten. Das Eis sei nicht tragfähig, es bestehe Lebensgefahr.

Im Norden Deutschlands legte Blitzeis einen Intercity (IC) für 22 Stunden lahm. Wegen vereister Oberleitungen konnte der Zug von Norddeich an der Nordseeküste nach Köln bereits kurz nach dem Start nicht mehr weiterfahren. 600 Fahrgäste, darunter 30 Kinder, mussten die Nacht in dem IC oder in der Wartehalle einer Fährgesellschaft verbringen. Seite 3