Wenn Air Berlin in den vergangenen Jahren mit Unternehmenszahlen überraschte, dann meist negativ. Für diesen August allerdings lieferte die angeschlagene Fluggesellschaft einen positiven Rekordwert: Die Auslastung der Flugzeuge stieg auf 90,9 Prozent. Das mag an sich unwichtig wirken angesichts von 247,6 Millionen Euro Nettoverlust im ersten Halbjahr. Allerdings ist es ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen unter Stefan Pichler etwas richtig macht: Die Flugzeuge sind voller als bisher. Gleichzeitig erlöse man mehr Geld pro Ticket, hieß es. Im zweiten Halbjahr könnte es also auch beim Ergebnis besser laufen. Immerhin hat Pichler für 2016 operativ schwarze Zahlen angekündigt. Er sieht das Unternehmen dafür auf Kurs.
Allerdings reicht es nicht, die Auslastung zu erhöhen, auch die Kosten müssen sinken. Das bedeutet in der Regel Stellenabbau. Dafür wird derzeit analysiert, wie das Air-Berlin-Streckennetz aussehen soll und wie viel Besatzung und Verwaltung dann noch nötig ist. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete jetzt, es könnte 1000 der noch deutlich mehr als 8000 Stellen treffen und bezieht sich auf Experten. Air Berlin dementierte: Es gebe bisher keine konkreten Zahlen. Die ein oder andere Überraschung wird also noch kommen.

