Auch Steinzeitmenschen sind bereits an Blutkrebs erkrankt. Wissenschaftler des „Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment“ in Tübingen hätten in dem etwa 7000 Jahre alten Skelett einer 30- bis 40-jährigen Frau mithilfe von hochauflösender Computertomografie Hinweise auf Leukämie gefunden, teilte die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung am Montag in Frankfurt am Main mit.

Andere, ähnliche Krankheitsbilder hätten die Forscher ausgeschlossen, so die Senckenberg-Gesellschaft. Das Wissenschaftlerteam rund um die Paläoan­thropologin Heike Scherf verglich den Oberarmknochen der 7000 Jahre alten „Patientin“ mit Oberarmknochen von elf Individuen, die von derselben Fundstelle – dem neolithischen Gräberfeld Stuttgart-Mühlhausen – stammen und dort zwischen 1982 und 1993 geborgen wurden. „Kein anderes Individuum zeigte dieses signifikante Muster“, erläutert Scherf: „Obwohl sie von derselben Fundstelle stammen und der gleichen Altersgruppe angehören.“

Das Leben in der Jungsteinzeit sei hart gewesen, erläuterte Scherf. Infektionskrankheiten, Mangelerscheinungen und degenerative Veränderungen seien keine Seltenheit gewesen. Auf den Blutkrebs habe eine ungewöhnliche Auflockerung des inneren Knochengewebes, der Spongiosa, im rechten, oberen Oberarmknochen und dem Brustbein hingedeutet. Die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt und die Eberhard-Karls-Universität Tübingen betreiben seit 2009 das Forschungszentrum in Tübingen. Ziel ist die Erforschung der biologischen und kulturellen Evolution der Menschen in ihrer Umwelt.

BM