Am heutigen Montag beginnt für 422.230 Berliner Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen das neue Schuljahr. Nicht wenige von ihnen werden neben Baugerüsten Platz nehmen oder zwischen Bauarbeitern und Farbtöpfen lernen müssen. Denn an vielen Schulen sind Sanierungs- und Bauarbeiten im Gange, die in den Sommerferien nicht abgeschlossen werden konnten. Allein in Tempelhof-Schöneberg sind 16 Schulen betroffen.
Der Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg, Daniel Krüger (CDU), sagte der Berliner Morgenpost, dass es sich dabei um größere Projekte handelt, die schon lange vor den Ferien begonnen hatten und erst in einigen Wochen oder Monaten beendet sein werden. „Natürlich ist es problematisch, Baumaßnahmen bei laufendem Schulbetrieb durchzuführen“, so Krüger. Man versuche aber, die Belastung der Schüler so gering wie möglich zu halten. Laut Senatsbildungsverwaltung laufen in diesem Jahr insgesamt 220 Maßnahmen aus dem Schulanlagensanierungsprogramm. Das Land stellt dafür jährlich 64,3 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kämen 44 Maßnahmen aus dem Sanitärsanierungsprogramm, für das in diesem Jahr weitere zwölf Millionen Euro bereitstehen. In Tempelhof-Schöneberg werden gegenwärtig die Kiepert-Grundschule sowie die Marienfelder Schule grundsaniert. Brandschutzsanierungen gibt es beispielsweise an der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule, der Solling-Sekundarschule sowie der Carl-Sonnenschein-Grundschule.
Auch in Steglitz-Zehlendorf wird zu Schuljahresbeginn noch an vielen Schulen gebaut. So wird etwa auf dem Gelände des Arndt-Gymnasiums Dahlem seit dem Frühjahr ein dreistöckiger Neubau errichtet. Im Februar wurde mit den Abrissarbeiten von vier mobilen Unterrichtseinheiten begonnen. Seit 20 Jahren hätten sie auf dem Gelände gestanden, sagte Schulleiterin Ute Stäbe-Wegemund der Berliner Morgenpost. An anderer Stelle wurde dafür ein Dorf aus vier Containern mit je vier Unterrichtsräumen errichtet, um die weggefallenen Räume auszugleichen. „Wir haben hier eine große Lärmbelästigung“, sagt Schulleiterin Ute Stäbe-Wegemund. Das Richtfest des Neubaus ist für Anfang Februar geplant und die Fertigstellung des Innenausbaus für Ende 2016 oder Anfang 2017. Anschließend soll eine neue Turnhalle gebaut werden. „Wir werden noch lange neben einer Baustelle unterrichten, aber wir stimmen uns gut mit dem Bauleiter ab“, so die Schulleiterin. Während der Abiturprüfungen wurden die Bauarbeiten unterbrochen. Ute Stäbe-Wegemund freut sich auf die Fertigstellung des Baus, da es die Raumsituation entspannen würde.
Die Bildungsstadträtin des Bezirks Steglitz-Zehlendorf, Cerstin Richter-Kotowski (CDU), sagte der Morgenpost, dass größere Maßnahmen länger dauern und auch während der Schulzeit realisiert werden müssten. „Da werden meist Millionenbeträge verbaut, das ist in sechs Wochen nicht zu machen“, so die Stadträtin.
In Reinickendorf gibt es derzeit 63 Baumaßnahmen an 60 Standorten. Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) sagte: „Die meisten Arbeiten sind bereits lange vor den Sommerferien begonnen worden, aber so umfangreich, dass sie in der Ferienzeit nicht beendet werden konnten.“ Viele Arbeiten würden nun aber kurz vor dem Abschluss stehen wie etwa die Brandschutzsanierung an der Peter-Witte-Grundschule in Reinickendorf.
Baustellenlärm gibt es auch an der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg in Neukölln. Im August wurden die Walt-Disney-Schule und die Liebig-Schule zusammengelegt, deshalb wird ein gemeinsamer Verwaltungsbereich gebraucht. Seite 9

