Bei Sonnenschein und 30 Grad im Schatten, bekommt man da Lust auf Weihnachtsplätzchen? „Aber ja“, sagt Karl-Heinz Gnatzig, seit 15 Jahren Werksleiter bei Bahlsen in Tempelhof, bei einem Rundgang am Freitag. Es sind wohl die Duftstoffe wie Zimt, Vanille und Kardamom, die den Appetit anregen. Die Umsatzkurve für den deutschen Markt beweist es: Schon in den letzten Augusttagen wird das erste „Herbstgebäck“ verkauft, wie die Branche Lebkuchen, Christstollen, Spekulatius, Zimtsterne und Dominosteine nennt. Die Nachfrage steigt Woche für Woche erst ziemlich konstant, Mitte November geht es dann steil bergauf bis in die Adventszeit. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen lag zuletzt bei 840 Gramm. Die Branche versucht „das deutsche Weihnachtsgefühl“ in Form des traditionellen Gebäcks zu exportieren. Das gelinge immer besser, sagt Bahlsen-Manager Michael Hähnel. Knapp 50 Prozent des Umsatzes entfielen bereits auf das Auslandsgeschäft, bald sollen es 60 Prozent sein. Die Hauptmärkte seien Österreich, Großbritannien und die USA. Unabhängig vom frühen Verkaufsstart – der Geschäftserfolg mit der Saisonware hängt erheblich vom Wetter ab. Wenn es im September noch hochsommerlich warm bleibe, sei auch das Verlangen nach Weihnachtsaromen kleiner.
dpa

