Knopfaugen und schneeweißes Fell waren die Markenzeichen von Eisbär Knut. Bilder des Pflegers Thomas Dörflein, der das von seiner Mutter verstoßene Tierbaby mit der Flasche großzog, machten den Berliner Zoobewohner zum Star. Nach seinem plötzlichen Tod im Alter von nur vier Jahren trauerten Fans in aller Welt. Jetzt haben Forscher die Ursache von Knuts Krankheit entdeckt. Ein Team um den Neurowissenschaftler Harald Prüß vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen fand heraus: Eine Autoimmunreaktion hat Knuts Gehirnentzündung verursacht. Sie hatte bei ihm im März 2011 einen epileptischen Anfall ausgelöst. In dessen Folge stürzte der Eisbär ins Wasser und ertrank. Die Studie wurde im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht. Die sogenannte Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis wurde bislang nur bei Menschen nachgewiesen. Bei dieser Entzündung des Gehirns greifen Antikörper die für Lern- und Gedächtnisbildung zuständigen Schlüsselstellen an. Dass Knut unter einer Gehirnentzündung litt, hatte das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung im Januar 2014 bekannt gegeben. Doch die Ursache dafür – oft sind Viren oder Bakterien der Auslöser – blieb im Dunkeln.
dpa

