Eine geschichtsträchtige Wanderung durch schönste Natur führt von der Glienicker Brücke zur Machnower Schleuse. Zumeist geht es am Wasser entlang, inklusive vieler Gelegenheiten, auch hineinzuspringen. Mit Bus oder Straßenbahn geht es direkt an die Glienicker Brücke, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde. Auf ihrer Mitte verlief die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin, hier wurden bis Mitte der 80er-Jahre Agenten ausgetauscht. Einmal hinübergehen sollte man, es bietet sich zu beiden Seiten ein herrlicher Blick über die Potsdamer Seenlandschaft und den Park Babelsberg. Wer will, kann seinen Ausflug auch ganz kunstsinnig mit einem Besuch der Villa Schöningen am südlichen Ende der Brücke beginnen, wo wechselnde Kunst- und Skulpturenausstellungen gezeigt werden.
Anschließend geht es am Jagdschloss Glienicke vorbei und nach rechts auf einen lauschigen Spazierweg. Man läuft nicht lange und gelangt in den Potsdamer Ortsteil Klein Glienicke, ein friedliches Eckchen vor dem nordwestlichen Zipfel des Griebnitzsees. Klein Glienicke gehörte bis zum Mauerfall zur DDR, war aber wegen des unregelmäßigen Grenzverlaufs im Grunde eine Exklave auf West-Berliner Gebiet, nur über eine Brücke von Babelsberg aus zu erreichen. Heute prunken hier herausgeputzte und architektonisch variantenreich gestaltete Villen und Wohnhäuser, zum Beispiel entlang der Waldmüllerstraße, die nun Teil des Mauerweges ist.
Noch in Klein Glienicke biegen wir auf die Griebnitzstraße ein, die bald zu einem unscheinbaren Waldwanderweg wird. Er schlängelt sich fortan entlang des Griebnitzseeufers und gibt dann und wann einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Seite frei, wo die Villen stehen, in denen 1945 die Staatschefs Truman, Churchill und Stalin mit ihren Delegationen während der historischen Potsdamer Konferenz wohnten. Vom Ufer weg bietet sich unterwegs ein Abstecher auf die linkerhand gelegenen Tannenberge an. Der Aussichtspunkt bietet einen grandiosen Rundumblick.
Idyllische Rast am Wasser
Wer danach vielleicht bereits eine Abkühlung braucht, findet am Griebnitzsee mehrere Badestellen. Der Waldweg führt bis zur Hubertusbrücke, wo sich in der „Hubertusbaude“ eine erste Gelegenheit für eine idyllische Rast am Wasser bietet. Gleich hinter der Brücke rechts geht es wieder auf den schmalen Wanderpfad, von hier immer mehr oder weniger direkt am Wasser entlang. Erst ein Stück den Griebnitzkanal hinab, an einer kleinen Landspitze zweigt nach links hinunter dann bald der Teltowkanal ab.
Von hier an geht es bis zur Machnower Schleuse immer am Kanal entlang. Dabei laufen wir zunächst unvermittelt durch den Biergarten und die dahinter liegende Söhnel Werft – der beste Moment für eine Pause, ein erfrischendes Getränk oder eine Mahlzeit. Wer noch nicht durstig und hungrig ist, kann aber auch die Vorfreude auf den Gasthof zur Schleuse, ganz am Ende der Tour, pflegen. Und stattdessen eine kleine Paddeltour vom Kanuverleih aus einschieben.
Hinter der Söhnel Werft geht es unter der Brücke hindurch hart am Kanal entlang. Der Weg ist schmal und wenig bevölkert. Es gibt Stellen, dan denen Brennnesseln schon ihre Rückeroberung zu planen scheinen, doch größtenteils läuft man auf einem Pfad durch durch die fast menschenleere Natur. Es gibt zwei Varianten, den schmalen Pfad direkt am Kanal, oder den etwas breiteren Waldweg Drei Linden, der hinter dem Dauercampingplatz auf der Route entlang führt. Beide vereinen sich kurz vor der Machnower Schleuse, einem imposanten Baudenkmal aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Die Doppelschleuse trennt Spree-Haltung und Havel-Haltung und wurde von Kaiser Wilhelm II. persönlich eröffnet, der 1906 mit seiner Yacht „Alexandria“ hier einfuhr und das Bauwerk damit offiziell dem Verkehr übergab.
Mindestens ebenso interessant ist die nebenan ausgestellte historische Straßenbahn TM 36, ein 1929 gebauter Wagen, den die Heimatvereine von Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow hierher geholt haben und an den Wochenenden für Besichtigungen öffnen. Heute allerdings fährt hier nur der Bus und bringt uns direkt zum S-Bahnhof Wannsee.

