Wenn es irgendwo ein Problem gibt, dauert es meist nicht lange, bis Leute auftauchen, die versuchen, Kapital daraus zu schlagen. Jüngstes Beispiel dafür ist die Tatsache, dass vor mindestens einem der vierzig Bürgerämter Berlins Leute stehen, die anderen Termine zum Kauf anbieten. Die Innenverwaltung hat das jetzt in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des rechtspolitischen Sprechers der Piraten, Simon Weiß, eingeräumt und außerdem bestätigt, dass „dem Senat Erkenntnisse über ein privates Internetangebot für einen kostenpflichtigen Terminbuchungsservice vorliegen“.

Mit anderen Worten, es gibt Menschen, die machen Geld damit, dass der Senat es nicht auf die Reihe bekommt, den Leuten kurzfristige Termine im Bürgeramt anzubieten. Dagmar König, CDU-Stadträtin für Bürgerdienste in Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte der Berliner Morgenpost, dass sie das mal recherchiert habe. „Da hat jemand offenbar ein Programm entwickelt, um in aller Kürze sämtliche Bürgerämter der Stadt nach dem schnellstmöglichen Termin zu durchforsten.“ Ihr Fazit: Die Bürgerämter brauchen dringend mehr Personal, damit es schneller mit Terminen klappt. König schlägt außerdem vor: „Das Land Berlin sollte selbst so ein Programm entwickeln und es den Bürgern kostenlos zur Verfügung stellen.“

kö