Gehobenes deutsches Essen, aber in Fine-Dining-Optik. In der ehemaligen Großküche des Offizierskasinos des Siemens-Luftfahrtgerätewerkes gibt es ein neues gastronomisches Angebot. Abseits von jeglichen Szene-Vierteln sitzt in Hakenfelde seit Oktober 2025 das „qnorke“. Bestehend aus Hotel, Eventlocation und Restaurant. Wer sich in Spandau umschaut, stellt schnell fest: So ein Angebot gibt es im Bezirk bisher nicht.

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Die Idee zu diesem ganzheitlichen Konzept hat Christopher Loh entwickelt. „Das Ziel ist es, hier ein Herzstück zu schaffen“, sagt Loh. Dafür wolle er möglichst viele Spandauer ansprechen – und auch in engen Austausch gehen. Mit dabei ist auch Geschäftsführer Mathias Merkel, der in Friedrichshain-Kreuzberg die Fairytyle Bar betreibt. Und zuletzt natürlich Küchenchef Bastian Welke, der die kulinarische Verantwortung für das Restaurant trägt.

Speisekarte an Spandau angepasst und vereint Moderne und Tradition

Welke hatte Stationen in der „Brasserie Desbrosses“ im „Ritz-Carlton“ und im Restaurant „Mark Brandenburg“ im „Hilton Berlin“. Nun hat es den gebürtigen Oberkrämer in den Randbezirk verschlagen. „Das Konzept hat mich interessiert und ich bin von der Vision überzeugt“, sagt Welke.

Als Küchenchef hat Welke die Speisekarte für das „qnorke“ entworfen. „Wir legen sehr viel Wert auf Produktqualität und Tellersprache“, so der Küchenchef. Sein persönlicher Fokus liege auf dem Geschmack. „Wichtig ist da für mich, dass die Produkte alle frisch und gut verarbeitet sind.“ Stichwort: Regionalität und Nachhaltigkeit.

Welke versteht seine Küche als modern und die Gerichte als einfach verständlich. Auch wenn sie optisch an Fine Dining erinnern. Grund dafür dürfte der Standort in Spandau sein. „Berlin und Spandau finden sich eher in der traditionellen Küche wieder. Wir haben deshalb eine zwei-geteilte Karte: eine moderne und eine traditionelle“, sagt Welke. Die moderne Karte orientiere sich zwar auch an klassischer deutscher Küche – sei aber verspielter. So gibt es etwa eine Linsensuppe, aber auch eine Steinpilzconsommé.

Deftig leichter Spitzkohl als vegetarische Alternative

Deutlich wird dieser Stil-Mix auch am Gericht, das Welke dem Besuch serviert. Es ist eines der vegetarischen Gerichte. „Wir haben gegrillten Spitzkohl, den wir in einen süßsauren Sud garen, und grillen ihn anschließend auf einem Holzkohlegrill. Hinzu kommen Époisses, ein französischer Rot-Schimmel-Käse, und ein Spitzkohlpüree, das rein aus Spitzkohl hergestellt wird. Obendrauf kommen karamellisierte Haselnüsse, eine Jus und Aprikose.“

Veggie-Gericht I qnorke Spandau
Ein beliebtes Veggie-Gericht im Spandauer Restaurant „qnorke“: Spitzkohl an Époisses, Aprikose und Haselnuss. © Pia Pentzlin | Pia Pentzlin

Es ist ein Gericht, das wunderbar zum Frühling passt. Es ist sehr leicht – und doch mit deftiger Note durch den gegrillten Spitzkohl und die Jus. Nach expliziter Nachfrage, ob die Jus wirklich vegetarisch ist, bestätigt Welke, dass die auf Gemüsebasis und mit jeder Menge Portwein entsteht. Die vegetarische Alternative steht fleischlichen Variante in nichts nach. Der Époisses ist geschmacklich sehr streng und einnehmend. Für Käseliebhaber aber sicher das Richtige – und in Kombination mit der leicht fruchtigen Note durch die Aprikose auch wieder ein Geschmackserlebnis.

„Ich gehe auch gerne selbst zu unseren Gästen raus“

Der Spitzkohl ist aber nicht das einzige vegetarische Gericht. Nur vegane Speisen würden nicht explizit genannt, sagt Welke. Im „qnorke“ könne aber sehr individuell gearbeitet werden, Gerichte werden demnach gerne angepasst. Dieses Persönliche und Absprachen auf kurzem Dienstwege, schätzt Welke sehr. Es sei ein Kontrast zu seinen bisherigen Stationen, vornehmlich in größeren Küchen. „Ich gehe auch gerne selbst zu unseren Gästen raus und bringe das Essen. Ich hole mir gerne direktes Feedback“, sagt Welke. Es sei ein Unterschied, ob er die Kritik selbst bekommt – oder ob die durch eine Servicekraft übermittelt wird.

Klingt erst einmal alles gut. Nur: Die Auslastung im „qnorke“ könnte höher sein. „Wir haben ein Problem mit unserer Sichtbarkeit“, sagt Welke. Es würden zwar schon jede Menge Stammkunden kommen. „Uns fehlt aber die Quantität“, so der Küchenchef. Mit Sitz in der ehemaligen Siemens-Großküche liegt das Restaurant in zweiter Reihe der Streitstraße. Wer das „qnorke“ besucht, muss gezielt danach suchen.

Hoffnung macht aber der nahende Sommer. Neben saisonalen Veränderungen auf der Speisekarte soll ein Biergarten entstehen. Auch Tanzveranstaltungen wie im Monbijoupark in Berlin-Mitte sind in Planung. Das „qnorke“ ist immerhin mehr als ein Restaurant. „Ich freue mich, dass die Vision dann so langsam aufgeht“, findet auch Küchenchef Welke.

Restaurant "qnorke" in Spandau
Moderne deutsche Küche, die auf Handwerk und hohe Qualität setzt. Das spiegelt sich auch an der Einrichtung des "qnorke" in Spandau wieder. © Pia Pentzlin | Pia Pentzlin

Restaurant „qnorke“, Am Maselakepark 12, 13587 Berlin Spandau, Lunch und Dinner Dienstag bis Sonntag 15:00-22:00 Uhr, Sonntagsbrunch 10:00-16:00 Uhr, https://qnorke.de