Frisch gebackenes Sauerteigbrot und heiße Shakshuka, beides hat für Oma Ploetz nach Heimat geschmeckt. Denn ihr Zuhause waren Berlin und die jordanische Hauptstadt Amman. Auch bei ihren Nachkommen weckt das Erinnerungen und so heißt das kleine, im Frühjahr eröffnete Schöneberger Café eben nach Großmutters Mädchennamen.

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Es duftet nach Vanille-Sandkuchen und Apfel-Zimt-Schnitten, kaum hat man das „Ploetz“ betreten. Alte, originale Wandfliesen, teils geweißelte Backsteinwände, der grüne Tresen, mit Kerzen und Blumen eingedeckte Tischchen im hinteren, über ein paar Stufen zu erreichenden und mit leiser Loungmusik bespielten hinteren Teil des Cafés – es ist atmosphärisch, es ist gemütlich, gerade jetzt im ungemütlichen Herbst.

Aus der „Ploetz“-eigenen Mikro-Backstube kommen neben dem Sauerteigbrot, belegt beispielsweise mit Kochschinken vom Biohof May oder bestrichen mit selbstgemachtem, veganem Tahini (je 3,80 Euro) und den opulenten, liebevoll verzierten Kuchen (St. 4,90 Euro) auch der French Toast, etwa mit karamellisierter Miso-Banane (12,80 Euro) und das Haselnuss-Granola (8,80 Euro).

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Für den Besuch gibt es keine festen Zeiten. Das „Ploetz“, das übrigens die Anzahl der Gaststätten in der Czeminskistraße auf drei erhöht hat, ist von morgens früh, am Wochenende etwas später, bis zum frühen Abend geöffnet. Wer wann was bestellt (übrigens nur Kartenzahlung), obliegt den Gästen. Beim Tee, Ingwer und Minze stimmt zumindest im eigenen Empfinden das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, das normale Glas kostet 3,90 Euro. Ansonsten ist alles stimmig.

U25 Ploetz
Ein mehr als opulentes Mahl: Der Leberkäse-Burger und ein Stück Vanille-Sandkuchen.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

Zu den kulinarischen Aushängeschildern gehören zwei ungewöhnliche Kreationen: ein Sauerteigbrot belegt mit gerösteter Bio-Blutwurst aus Brandenburg, Bio-Alpkäse vom Hofgut Heggelbach am Bodensee, Bio-Spiegelei, Dattel-Senf-Mayo und karamellisierten Zwiebeln (12,80 Euro) sowie, die eigene Wahl, ein Burger mit Bio-Leberkäse, gepickelten rosa Zwiebeln, Gurken-Relish wie auch mit Bio-Alpkäse und Mayo (12,80 Euro). Der Bun sorgt für Süße und harmoniert mit dem feinen Aroma des Leberkäses, der gerne noch ein bisschen dicker hätte sein dürfen. In seiner Gesamtheit jedoch ist er eine austarierte und sehr zufriedenstellende (Mittags-)Mahlzeit, die die „da waren die Augen größer als der Magen“-Bestellung des vanilligen Sandkuchens mit cremigem Dekor dann doch ins nachmittägliche Kaffee-und-Kuchen-Zeitfenster schiebt. Bliebe man sitzen, könnte es auch ein Secco, ein deutscher Perlwein aus Rheinhessen, sein (0,15 l/ 6 Euro). Was alles andere als unrosige Aussichten wären.

Ploetz, Czeminskistr. 4, Schöneberg, Mo., Mi–Fr. 8–18 Uhr, Sbd.+So. 10–19 Uhr, https://www.instagram.com/ploetz.berlin