Genießen in Berlin

Das sind die besten neuen Restaurants in Berlin

Frühling, das ist die Zeit für neue Restaurants. Auch in Berlin haben zahlreiche neu eröffnet. Eine Auswahl.

Küchenchef Jörg Lawerenz im neuen "Charlotte & Fritz" am Genhdarmenmarkt. Das Interieur ist klassisch und modern

Küchenchef Jörg Lawerenz im neuen "Charlotte & Fritz" am Genhdarmenmarkt. Das Interieur ist klassisch und modern

Foto: Reto Klar

Berlin. Nach einem technisch bedingten langen Soft-Opening wird das Gourmet-Restaurant „1687“ Anfang Juni offiziell eröffnen. Ein Besuch der etwas versteckt am Neustädtischen Kirchplatz liegenden Lokalität lohnt aber schon ab sofort. Im 60-Sitzplätze-Gastraum sorgte Giuseppe Chicchiea mit Blattgold-Leuchtern, dunklen Holzdielen und petrolfarbenen Bänken für urbane Eleganz. Der Küchenbrigade steht Tomasz Trabski vor. Er begann seine gastronomische Karriere in Frankreich. Seine Kreationen, Vorspeisen um zehn, Hauptgerichte 20 bis 35 Euro, beeindrucken durch präzises Handwerk, höchste Ansprüche an die Produktqualität und Kreativität. So war der geräucherte Aal mit Quitte, Apfel, Ingwer, Meerrettich und Forellenkaviar geschmacklich und in der Präsentation unter der Glasglocke ein Erlebnis. Das handgeschnittene Tatar vom Wolowina-Rind wird vom exzellenten Service am Tisch angemacht. Im Weinschrank lagert eine frankreich­dominierte Auswahl.

„1687“, Mittelstraße 30, Mitte, Tel. 2063 0611, Mo.–Sbd. 12–23 Uhr. www.1687.berlin

Bereits seit Februar hat das „Schwein“ in Charlottenburg geöffnet und sich schnell zu einem beliebten Treff entwickelt. Kein Wunder, denn es überzeugt nicht nur durch sein modern-gemütliches Ambiente, sondern auch durch seine Küche. Am Herd steht der Aufsteiger des Jahres 2017 der Berliner Meisterköche, Christopher Kümper. Und Sommelier Emmanuel Rosier gehört zu den Nominierten 2018 in der Kategorie Gastgeber des Jahres. Signature Dish ist natürlich das Schwein. Kümper serviert das Potsdamer Weideschwein in einer kraftvollen Brühe mit Kohl. Auch das Rindertatar als Vorspeise, aktuell mit Bärlauch und eingelegten Gemüsen, bleibt äußerst angenehm in Erinnerung. Die Preise für die Gerichte der mit gerade einmal 14 Positionen übersichtlichen Karte liegen zwischen 13 und 37 Euro. Eine Empfehlung ist das Überraschungsmenü (4 Gänge 65 Euro, 5 Gänge 75 Euro ).

„Schwein“, Mommsenstraße 63, Charlottenburg, Tel. 24 35 62 82, Mo.–Sbd. ab 18 Uhr, www.schwein.online

Zu den exotischen Neueröffnungen der Saison zählt das „Arai“ in Prenzlauer Berg. Schuhe ausziehen, dann im Kellergewölbe in puristischem Backsteinambiente an einer in den Boden eingelassenen Tafel Platz nehmen. Die Küche bietet Chuka Ryori, Speisen chinesischer Einwanderer in Japan, die gemäß den Prinzipien japanischen Fine-Dinings zubereitet werden. Pünktlich um 19.30 Uhr gibt es ein Zehngangmenü. Koch Makoto Ishii sammelte Erfahrungen in Tokio, bevor er nach Deutschland kam. Jeder Gang wird von Restaurantleiter Shuai Wang erklärt. Zu trinken gibt es feine Tees, Wasser, Sake und Wein. Zum außergewöhnlichen Esserlebnis gehören etwa Quallensalat mit Yuzu, ein Vorspeisenteller mit Pralinen von grünen Bohnen mit getrockneter Garnele, frittierter Seeteufel in Essigsoße, scharfer Schweinenacken auf Tofu und eine frittierte Auster mit Sojamilchhaut. 88 Euro kostet das Menü. Trotz kleiner Portionen verlässt man das „Arai“ angetan und gesättigt.

„Arai“, Straßburger Straße 60, Prenzlauer Berg, Tel. 0163-384 85 48, Di.–So. um 19.30 Uhr, www.araiberlin.com

Einen Neustart mit drei Köchen aus China legt Daniel Deng mit seinem Restaurant „Selig“ in doppelt so großen Räumen ab 26. Mai am Kaiserdamm hin. Im ehemaligen „Dal Moro“ bietet der seit acht Jahren tätige chinesische Gastronom fulminante Kreationen wie perfekt gewürzte Spezial-Gerichte vom Schweinekopf mit Biersoße oder kaltem Rindermagen-Salat, aber auch Klassiker der Hunan- und Szechuan-Küche. Mit der Eröffnung wird Deng seine Gäste mit gewohnt preiswerten und außergewöhnlich guten Kreationen der chinesischen Regionalküche begrüßen.

„Selig“, Kaiserdamm 6, Charlottenburg, Tel. 91 49 36 69, täglich 12–24 Uhr, www.facebook.com/selig1688

Einen Wandel gibt es auch am Gendarmenmarkt. Dort hat kürzlich das „Charlotte & Fritz“ geöffnet, in den Räumen des ehemaligen Zwei-Sterne-Restaurants „Fischers Fritz“ im „Regent Berlin“, in dem Christian Lohse bis zum Jahresende 2017 kochte. Jetzt hat dort Jörg Lawerenz die Stelle des Küchendirektors übernommen und legt den Schwerpunkt auf „heimatliche, frische Küche mit Einflüssen aus anderen Ländern und Provenienzen.“ Die Abendkarte beinhaltet neben Beelitzer Spargel, Tomate, Estragon, gebackenes Ei auch den Regent Burger mit Freiland-Rinderfilet und Gänseleber. Zusätzlich wurden Hotelküche und Restaurant für einen Millionenbetrag komplett umgebaut. Das Ambiente wirkt nun klassisch und modern zugleich mit Holz, Lüstern aber auch Design­elementen.

„Charlotte & Fritz“, Charlottenstraße Ecke Französische Straße, Mitte, Tel. 20 33 63 63, Di.–Sbd., 12–14 und 18–22.30 Uhr, www.regenthotels.com

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