Hauptstadtflughafen

Wie komme ich am schnellsten zum BER?

Anders als Tegel verfügt der neue Hauptstadtflughafen über einen Bahnanschluss – und mehr als ein Dutzend Zugverbindungen pro Stunde.

Der S-Bahnhof des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (BER).

Der S-Bahnhof des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (BER).

Foto: Christophe Gateau / dpa

Schönefeld. Wenn die ersten Flieger am Sonnabend am BER landen, hat der Bahnhof am neuen Hauptstadtflughafen seine Premieren schon absolviert. Am vergangenen Sonntag hatte die Deutsche Bahn ihre neue Station mit einer S-Bahn-Sonderfahrt eröffnet. Damit ist die wichtigste Anbindung des neuen Airports bereits eröffnet. Denn anders als am Flughafen Tegel, wo es nie einen Bahnanschluss gab, läuft der Zubringerverkehr zum BER künftig zum Großteil über die Schiene.

Gleich eine Reihe von Schienenverbindungen vernetzen den in der brandenburgischen Gemeinde Schönefeld gelegenen Flughafen mit dem Berliner Zentrum. Als schnellster Weg aus dem Stadtzentrum zum BER gilt der neu Flughafenexpress FEX. Alle 30 Minuten fährt der Zubringer vom Berliner Hauptbahnhof über die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Ostkreuz zur Station am Terminal 1-2 – und braucht für die Strecke exakt eine halbe Stunde. Nur wenig länger – 33 beziehungsweise 37 Minuten – brauchen die Regio-Linien RE7 und RB14. Vom Berliner Zentrum aus fahren sie jeweils einmal stündlich über die Stadtbahnstrecke hinaus nach Schönefeld. Vom Hauptbahnhof aus fährt damit alle 15 Minuten ein Regionalzug zum BER. Mit dem IC17 von Rostock nach Dresden hält einmal stündlich auch ein Fernzug am neuen Hauptstadtairport. Haltestellen in Berlin sind dabei am Gesundbrunnen, Hauptbahnhof und Südkreuz.

Erster Nacht-Express-Bus bindet Berlins City-West an

Unterstützt werden die Züge durch Verbindungen im S-Bahnnetz. Die S-Bahnlinien S9 von Spandau über die Innenstadt sowie die S45 vom Südkreuz aus fahren jeweils alle 20 Minuten zum BER. Auf dem Weg halten sie auch am Terminal 5 des BER, dem bisherigen Flughafen Schönefeld. Sie verbinden die an den unterschiedlichen Seiten des Flugfeldes gelegenen Terminals damit im Zehn-Minuten-Takt über die Schiene miteinander. Auch aus Potsdam gibt es eine direkte Verbindung zum BER. Einmal stündlich fährt der RB22 vom Bahnhof der brandenburgischen Landeshauptstadt über Golm zur neuen Flughafen.

Hinzu kommen im öffentlichen Nahverkehr eine Reihe von Bussen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die den Hauptstadtflughafen erschließen. „Trotz eines gut ausgebauten Schienennetzes am BER werden die Busse des größten deutschen Verkehrsunternehmens hier rund 20 Prozent des öffentlichen Verkehrs stemmen“, heißt es von der BVG. Die Verkehrsbetriebe setzen dafür vier Tages- und vier Nachtbuslinien zum neuen Terminalgebäude ein. Darunter auch zwei komplett neue Linien.

Mit dem Betriebsstart am BER verlängert die BVG ihren Expressbus X7 von der Endstation der U7 in Rudow über den bisherigen Flughafen Schönefeld zum Terminal 1-2. Zunächst mit vier Zügen in 20 Minuten, ab dem 8. November dann im Fünf-Minuten-Takt. Mit dem Betriebsschluss am Flughafen Tegel eine Woche nach Start am BER nimmt auch der neue X71 seinen Dienst auf. Die Expresslinie fährt vom U-Bahnhof Alt-Mariendorf zu den Terminals des BER und verkehrt von früh um 3.30 Uhr bis abends 23.30 Uhr fast ausnahmslos im 20-Minuten-Takt. Da sie über den U-Bahnhof Rudow fährt, ergänzt sie zudem die Linie des X7. Nachts führt auf der Strecke von U7 und X7 die Buslinie N7 zum Flughafen.

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Mit dem neuen N7X gibt es nun einen erstes Nacht-Express-Bus der BVG

Daneben setzt die BVG mit dem neuen N7X ihre bislang erste Nacht-Express-Linie an. In Nächten ohne durchgehenden U-Bahnverkehr ergänzt er die Nachtbuslinie N7 ab Bahnhof Zoo alle 15 Minuten. Zwischenhalt ist unter anderem an der U-Bahnstation Berliner Straße und dem S-Bahnhof Schöneberg. Mitarbeitende und Frühflieger sollen so auch in den Nachtstunden von der City West in 48 Minuten zum BER gelangen können. Zudem verkehrt ab Alexanderplatz nachts die Buslinie N60 zum neuen Flughafen.

Möglich ist die Anfahrt raus nach Schönefeld natürlich auch per Taxi – oder mit dem eigenen Pkw. Wer sein Auto am BER abstellen möchte, sollte bei der Parkplatzsuche zunächst kein Problem haben: Die Parkhäuser und -plätze am neuen Flughafen bieten insgesamt mehr als 9200 Stellflächen.