Flughafen BER

Am BER droht ein Verkehrschaos - Ausbau der Bahn gefordert

Der Flughafen BER ist zu schlecht angebunden, die Autobahnen schon jetzt überlastet. Anrainer fordern, Bahn und U-Bahn auszubauen.

Autos auf dem Schönefeld-Zubringer. Am BER droht nach der Eröffnung ein Verkehrschaos, weil der künftige Großflughafen zu schlecht angebunden ist.

Autos auf dem Schönefeld-Zubringer. Am BER droht nach der Eröffnung ein Verkehrschaos, weil der künftige Großflughafen zu schlecht angebunden ist.

Foto: imago stock / imago stock&people

Schönefeld. Am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld droht laut einer neuen Studie ein Verkehrschaos. Der Berliner Autobahnring und die Autobahn A113 zwischen Innenstadt und Flughafen seien auf Teilstrecken schon heute stark ausgelastet, teilte das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg im Dienstag mit. Gefordert werden zusätzliche Regionalzüge, Busse sowie die Verlängerung der U-Bahnlinie 7 von Neukölln zum BER.

Für Autofahrer sollten die Autobahnanschlüsse ausgebaut und in den Orten beschrankte Bahnübergänge beseitigt werden. Wegen der langen Planungszeiten müsse schnellstmöglich gehandelt werden, forderte Andreas Igel, der Bürgermeister von Ludwigsfelde und Vizevorsitzende des Dialogforums. Darin sind die Brandenburger Umlandkommunen, die Länder Berlin und Brandenburg, der Bund und die Flughafengesellschaft organisiert. Die Studie des Büros SPV-Spreeplan Verkehr legt zugrunde, dass am BER 2030 rund 46 Millionen Fluggäste abheben – vier Mal so viele wie am heutigen Flughafen Schönefeld. Außerdem werden 40.000 neue Einwohner und 85.000 zusätzliche Beschäftigte in der Region erwartet. Damit diese gut zur Arbeit kommen, seien auch Radwege beträchtlich auszubauen, hieß es.

FDP sieht sich in Forderung nach Tegel-Weiterbetrieb bestätigt

Die Berliner FDP sieht sich damit in ihrer Forderung nach einem Weiterbetrieb des Flughafens Tegel erneut bestätigt. „Die Studie des Dialogforums warnt – wie bereits alle anderen Studien zuvor –, dass die Eröffnung des BER einen Verkehrskollaps mit sich bringen wird. FBB und Senat sehen seit Jahren tatenlos zu oder verdrängen das Problem einfach“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Sebastian Czaja. Die Notwendigkeit zur Offenhaltung des Flughafens TXL bestehe neben dem massiven Kapazitätsdefizit des BER gerade in der unverzichtbaren Verkehrsentlastung.

Nach den Plänen der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) soll der BER mit neunjähriger Verspätung im Oktober 2020 öffnen. Für den Umzug aller Airlines nach Schönefeld sind zwei Wochen veranschlagt, anschließend soll Tegel seinen regulären Betrieb komplett einstellen. Auch die FDP im Bundestag versucht, dieses Szenario noch zu verhindern. Die Entscheidung von 1996 für einen Single-Airport sei überholt, heißt es in einem Fraktionsantrag, der im Verkehrsausschuss beraten wird.