BER

Experte: Flughafen BER wird nicht in Betrieb gehen

Zu viele Umplanungen: Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa hält den Umbau der Brandschutzanlage am BER für gescheitert.

 Das Hauptterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld (Brandenburg)

Das Hauptterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld (Brandenburg)

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Schönefeld.  Der frühere Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa bezweifelt, dass eine Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER überhaupt noch möglich ist. "Der seit vier Jahren betriebene Umbau der Brandschutzanlage am BER wird die Inbetriebnahme des neuen Flughafens verhindern", sagte Faulenbach da Costa.

Die Betreiber des Hauptstadtairports halten weiter an einer Eröffnung Ende 2017 fest. "Wir haben uns zu den Problemen und zum weiteren Zeitplan nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag ausführlich geäußert. Dem ist nichts hinzuzufügen", sagte Flughafensprecher Lars Wagner zur Kritik des ehemaligen Flughafenplaners. Mehr wolle man dazu nicht sagen.

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Eine Garantie, dass der Airport zu diesem Zeitpunkt an den Start gehen kann, hätten ihm die Betreiber in der Sitzung nicht gegeben, hatte jedoch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erst am Freitag nach der Sitzung des Aufsichtsrats eingeräumt.

Durchgängige Systemarchitektur nicht mehr gegeben

Faulenbach da Costa war bis 1999 an der Planung des neuen Flughafens beteiligt. 2012 musste die Flughafengesellschaft die geplante Inbetriebnahme verschieben, weil die Entrauchung nicht funktionierte. Seitdem laufen in Schönefeld Umbaumaßnahmen. "Statt die nicht fertiggestellte Anlage gemäß der erteilten Baugenehmigung fertigzustellen und zu testen, wurden genehmigungspflichtige Umbauten vorgenommen", kritisierte Faulenbach da Costa.

Es sei passiert, was im Bau niemals passieren dürfe: Während für die bereits gebauten Anlagen die Regeln zum Zeitpunkt der Genehmigung von 2007 weiterhin Gültigkeit hätten, müssten die genehmigungspflichtigen Veränderungen den neuen Vorschriften zum Zeitpunkt der Beantragung angepasst werden. Damit aber gebe es bei der umgebauten Entrauchungsanlage keine durchgängige Systemarchitektur, eine notwendig Voraussetzung für deren Funktionalität.

Die Einregulierung der Entrauchungsanlage werde offenbaren, dass deren "Umbau zur Funktionsunfähigkeit geführt" habe. Der Umbau der Anlagen habe viel Zeit und Geld gekostet, das Terminal der Inbetriebnahme aber nicht näher gebracht. Was nun in Schönefeld alt und in Verlängerung des Piers Nord gebaut werden solle, seien funktionsunfähige, nicht zukunftsorientierte und kapazitiv defizitäre Erweiterungen, rügte der Experte.

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