BER-Technikchef

Jochen Großmann - Mehdorns Hoffnungsträger unter Druck

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mehdorns Technikchef Jochen Großmann wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Die Korruptionsaffäre beschert dem BER-Chef zusätzliche Probleme.

92 Kilometer – etwa so lang wie die Entfernung zwischen Bielefeld und Hannover ist die Gesamtlänge der Kabel, die am neuen Hauptstadtflughafen neu verlegt werden müssen. Jochen Großmann ist derjenige, der diesen grundlegenden Umbau der Brandschutzanlage veranlasst hat. Auf ihm ruhten die Hoffnungen des Flughafenchefs Hartmut Mehdorn, bis die Korruptionsaffäre kam und Mehdorn Großmann beurlaubte.

Dabei ist der Honorarprofessor für Management von Umwelt- und Sanierungsprojekten an der Cottbuser Uni erst seit einigen Wochen beim Hauptstadtflughafen angestellt. Mit dem Projekt kam er aber schon vor mehr als zehn Jahren in Berührung: Ein Gutachten seiner Dresdner Beratungsfirma Großmann Ingenieur Consult GmbH (GICON) ging in das Planfeststellungsverfahren ein.

Im vergangenen Sommer holte der damalige Technik-Geschäftsführer den Sachsen dann auf die Baustelle, Mitte April stellte Flughafenchef Hartmut Mehdorn ihn fest an. Dabei hatte sich Großmann in der Zwischenzeit viel mit Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen befasst.

Geboren 1958 hatte Großmann in Dresden und Moskau Maschinenbau studiert und in der Elbmetropole über Kernkraftwerke promoviert. Nach der Wende machte er sich selbstständig. Seine GICON-Gruppe hat nach eigenen Angaben bundesweit rund 300 feste Mitarbeiter, die Beratung in zahlreichen Fachrichtungen anbieten. Erst im April wurde Großmann bei der Ehrung „Sachsens Unternehmer des Jahres“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.