Pannenairport

BER kommt laut Prognose bis 2020 ohne Anbauten aus

Der künftige Hauptstadtflughafen BER wird nicht so schnell an seine Kapazitätsgrenzen stoßen wie befürchtet. Einem Gutachten zufolge ist die dritte Start- und Landebahn vorerst nicht notwendig.

Der künftige Hauptstadtflughafen BER wird trotz des steigenden Passagierwachstums nicht so schnell an seine Kapazitätsgrenzen stoßen wie befürchtet. Zu diesem Schluss kommt eine Luftverkehrsprognose im Auftrag der Flughafengesellschaft, die den Airport in Schönefeld baut und betreiben will.

Dem Gutachten zufolge ist die Kapazität mit der jetzigen Flugplanung vereinbar. Der BER komme mindestens bis zum Jahr 2020 ohne weitere Anbauten und Satelliten aus. Die geplanten zwei Start- und Landesbahnen reichten für den Prognosezeitraum bis 2035 aus. Eine dritte Start- und Landebahn ist der Studie zufolge vorerst nicht nötig.

Passagierzahl steigt bis 2020 auf 42,5 Millionen

Die der Berliner Morgenpost vorliegende Prognose widerspricht Gutachtern wie Dieter Faulenbach da Costa, die schon zum Start Engpässe am BER erwarten. Der Flughafen-Experte warnte in einer Expertise im Auftrag der Brandenburger CDU, der künftige Hauptstadt-Airport werde in der geplanten Größe nicht in der Lage sein, die Nachfrage abzudecken.

Der Flughafen ist für 27 Millionen Passagiere pro Jahr ausgerichtet. Der Luftverkehrsprognose zufolge dürfte die Zahl der Passagiere bis zum Jahr 2020 auf 42,5 Millionen jährlich ansteigen. Frühestens in dem Jahr dürfte es zu Kapazitätsengpässen kommen. Allerdings nur, wenn ständig zwei Start- und Landebahnen betrieben werden, so die Autoren der Studie.

Studie verweist auch auf Risiken

Auch den Anhängern des weiteren Betriebs des innerstädtischen Flughafens Tegel ist durch das Ergebnis ein Argument abhanden gekommen. Sie verwiesen stets darauf, dass nur zwei Start- und Landebahnen am neuen Airport nicht reichen werden. Auch Flughafenchef Hartmut Mehdorn fordert inzwischen die dritte Startbahn.

Kurz nach seinem Amtsantritt hatte er indes verkündet: „Der BER kann noch eine ganze Weile wachsen“ und habe für die nächsten „vier, fünf Jahre“ genügend Spielraum. Die Studie verweist allerdings auch auf Risiken für das anvisierte Passagierwachstum. Dazu zählen die wirtschaftlichen Probleme von Air Berlin und ein möglicher Rückzug der Lufthansa. Zudem steht noch nicht einmal ein Eröffnungstermin für den BER fest.

Wie laut ist Ihr Kiez? Der Flugroutenradar der Morgenpost

Das große Special und die Timeline zum BER