Hauptstadt-Airport

Kritiker des Flughafens BER unterstützt künftig die Linke

Überraschende Nachricht von Dieter Faulenbach da Costa. Er tritt aus der SPD aus und wendet sich den Linken zu. Allerdings nicht in Berlin und Brandenburg.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa hat seine Kritik am neuen Hauptstadt-Airport BER nie zurückgehalten. Seiner Ansicht nach wurde der BER von Grund auf falsch geplant. Zu diesem Schluss kam er kürzlich in einem Gutachten für die CDU in Brandenburg.

Auch die Bürgerinitiativen haben sich schon oft bei ihm Rat geholt. Gern hören die Verantwortlichen für den BER sicherlich nicht zu, wenn Faulenbach da Costa loslegt. Doch sie kommen nicht darum herum. Denn zu oft hat er schon Recht gehabt.

Nun überraschte Faulenbach da Costa erneut mit einer Nachricht, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Berliner Flughafen zu tun hat. Der Berater tritt aus der SPD aus und will fortan die Linke in seiner Heimat Hessen unterstützen.

Ein Grund dafür sei, dass die Linke immer eine klare Position zum Flughafenausbau vertreten habe, so Faulenbach da Costa. Sie müsse daher „gestärkt in den neuen Landtag einziehen.“ Dort solle sie der Landesregierung Druck machen, die den Frankfurter Flughafen nach Ansicht von Faulenbach da Costa zu Lasten der Bürger weiter ausbaut.

Das könnte den Bürgern in Berlin und Brandenburg nun natürlich egal sein, da sie mit ihrem eigenen Großflughafen schon genügend Probleme haben. Doch dahinter steckt die eigentlich entscheidende Nachricht. Fluglärm wird zu einem wichtigen politischen Thema und kann auf künftige Wahlen einen entscheidenden Einfluss haben. Erst vergangene Woche überraschte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) mit der Ankündigung, auf das Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot am BER eingehen zu wollen. Offenbar fürchtet er ansonsten einen massiven Absturz in der Wählergunst.

„Gräben überwinden“

Auch Faulenbach da Costas Begründung für den Parteiaustritt zeigt, dass Fluglärm in der politischen Debatte eine immer größere Rolle spielt. Er lebt in Offenbach und damit in unmittelbarer Nähe von Deutschlands größtem Flughafen. Vom Ausbau der Landebahn Nordwest ist er direkt betroffen. Für ihn ist die SPD in Hessen wegen ihrer Flughafenpolitik daher „nicht mehr wählbar.“ Man müsse nun ideologische Gräben überwinden und die Partei wählen, die für einen die beste Politik macht, sagt Faulenbach da Costa. Und das beschränkt sich bei ihm nun mal in erster Linie auf den Flughafen.

Wie seine Unterstützung für die Linke konkret aussehen wird, weiß man bei der Partei noch nicht. „Er könnte sich wohl vorstellen, für die Landesliste zu kandidieren oder sich in seinem Wohnort Offenbach als Kandidat aufstellen zu lassen,“ sagt Thomas Klein, Sprecher der Linksfraktion im hessischen Landtag. Darüber sei noch nicht entschieden, so Klein. Man freue sich über die Unterstützung des prominenten Flughafen-Kritikers.