BER-Pannenserie

Flughafen gibt Widerstand gegen Lärmschutz auf

Der Streit um den Lärmschutz ist beigelegt. Die Flughafengesellschaft akzeptierte jetzt den Bescheid des brandenburgischen Ministeriums.

Foto: DAPD

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hat ihren Widerstand gegen einen schärferen Lärmschutz zugunsten der Anwohner aufgegeben. Der Schallschutz soll nach den Vorgaben des brandenburgischen Infrastrukturministeriums umgesetzt werden. Darauf haben sich nach Informationen von Morgenpost Online die Gesellschafter der Flughafengesellschaft schon vor der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag verständigt. Die jüngste Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg solle umgesetzt werden, hieß es. Der Klarstellungsantrag beim Infrastrukturministerium, mit dem Flughafenchef Rainer Schwarz ein weniger strenges Schutzniveau erreichen wollte, wird zurückgenommen.

Die Vertreter des Bundes und des Landes Berlin im Aufsichtsrat haben offensichtlich ihren Widerstand gegen einen erweiterten Lärmschutz aufgegeben. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte schon länger gefordert, den lärmbelasteten Bürgern stärker entgegen zu kommen. Das geschieht nun. Das Lärmniveau in geschlossenen Räumen darf tagsüber 55 Dezibel nicht überschreiten. Bisher hatte der Flughafen ein Schutzziel verfolgt, das sechs Mal täglich mehr als 55 Dezibel gestattet hätte.

Das neue Lärmschutzniveau für 14 000 Anlieger wird nach Kalkulationen der Flughafengesellschaft rund 591 Millionen Euro zusätzlich kosten.