Die Polizei rückt am Donnerstag zu einer Großübung am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld aus. Mehrere Hundert Beamte proben die Befreiung von in Geiselhaft genommenen Passagieren in einem Flugzeug. Es dürfte einmalig sein, dass die Polizei die Gelegenheit zu solch einer Großübung kurz vor der Eröffnung eines internationalen Flughafens erhalte, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums des Landes Brandenburg in Potsdam, Rudi Sonntag. Während des Flugbetriebs sei eine Übung dieser Größenordnung undenkbar. Der Flughafen soll am 3. Juni den Betrieb aufnehmen.
Szenario sieht Geiselnahme durch Einzeltäter vor
Das Übungsszenario sehe eine Geiselnahme durch einen Einzeltäter vor, sagte Sonntag. Die inszenierte Situation sei weitgehend realitätsnah. In der von Air Berlin zur Verfügung gestellten Boeing 737 würden sich mindestens 50 angehende Polizeiführungskräfte befinden, die Passagiere darstellten. Es handele sich bei dem Szenario nicht um einen terroristischen Akt. Ein politischer Hintergrund werde nicht simuliert.
Probe des Ernstfalls dient vor allem der Kommunikation
Nach Darstellung des Sprechers dient die Probe des Ernstfalls der Polizei dazu, das Gelände des neuen Flughafens kennenzulernen und die Zusammenarbeit mit der Flughafenleitung und den Bodenverkehrsdiensten sowie das gemeinsame Vorgehen in der Notfalleinsatzzentrale zu üben. Die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten sei nicht Teil der Übung, sagte der Sprecher.
Schwerpunkte der Übung sind den Angaben zufolge der Einsatz der auf Geiselnahmen, Entführung und Erpressung spezialisierten Polizisten sowie die Verhandlungsführung mit dem Geiselnehmer. Am Ende der Übung ist die Befreiung der Geiseln durch die Polizei vorgesehen. Die Einsatzkräfte tragen echte Waffen, aber ohne Munition, um einen versehentlichen Schuss von vornherein zu verhindern. Die Übung wird tagsüber rund zehn Stunden dauern. Daran nehmen mehrere Hundert Beamte der Landespolizei Brandenburg sowie weiterer Bundesländer und der Bundespolizeidirektion Berlin teil.
dapd/mim

