E-Bike und Pedelec

Fahrradfahren trotz Knieproblemen

Bislang galten Fahrräder mit Elektroantrieb als Spielerei für Radsportfans. Jetzt bieten Discounter E-Bikes zu massentauglichen Preisen an und machen sie damit für den Hobbyradfahrer interessant.

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Kniearthrosepatienten profitieren besonders von den Rädern mit elektrischen Hilfsmotoren. Die Überbelastung der Gelenke wird deutlich reduziert und das Verletzungsrisiko sinkt.

Knieprobleme sind so weit verbreitet, wie die Ursachen dafür vielfältig sind. In den meisten Fällen resultieren die stechenden Schmerzen im Gelenk aus verschlissenen Knorpelflächen. Gonarthrose lautet dann die Diagnose des Orthopäden. Nicht nur dauerhafte Überlastung, sondern auch Fehlstellungen von Hüfte und Sprunggelenk sowie Verkehrs- und Sportunfälle können sie auslösen.

Bis vor wenigen Jahren rieten Mediziner Kniepatienten frühzeitig zur Operation. Bis 2011 stieg die Zahl der Knieoperationen in Deutschland dementsprechend auf über 150.000 pro Jahr, sie verdoppelte sich somit in den vergangenen zehn Jahren. Im Zuge der Knie-OP ersetzt ein Chirurg das verschlissene Gelenk durch eine Endoprothese, die gemäß ihrer Funktion als Schlitten bezeichnet wird.

Trendwende in der Arthrosebehandlung

Heute dagegen empfehlen Mediziner eher Maßnahmen zur Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur und der Bänder rund ums Kniegelenk. Mit Reizstrom und Akupunktur wird dieser Prozess unterstützt, doch entscheidend für den Erfolg ist ein kontinuierliches Training. Ideal sind kraftvolle Tretbewegungen. Sie fördern die Durchblutung und dadurch den Wiederaufbau von Knorpelgewebe und Gelenkschmiere

Wichtig: Die Bewegung soll ohne starke Belastung erfolgen. Bereits beim Treppensteigen wird das Knie durch das Eigengewicht oftmals schmerzvoll überfordert. Besser für das Knie ist es, Fahrrad zu fahren: Dabei bewegt sich das Gelenk fast über seinen gesamten Bewegungswinkel je nach Gang und Geschwindigkeit rund 40 Mal pro Minute auf und ab. Mit einem kurzen Fahrradausflug trainieren Sie so in nur einer halben Stunde beide Knie mit 1.200 Wiederholungen!

Radfahren und Knie: Gefährliche Startschwierigkeiten

Die fließenden Bewegungen des Fahrradfahrens sind ein optimales Training für die Oberschenkelmuskulatur und stärken den Bandapparat am Knie. Eine Überbelastung, selbst für einen kurzen Moment, nimmt das Knie jedoch sofort übel. Ein Start bergauf oder im falschen Gang ist nur mit enormem Kraftaufwand zu bewältigen. Diese Belastung kann einem Kreuzband oder einem vorgeschädigten Meniskus schon zu viel werden. Den Kraftaufwand beim Losfahren gilt es deshalb ebenso zu vermeiden wie zu kräftiges Treten bei Bergauffahrten.

E-Bikes und Pedelecs ideal für Kniepatienten

Auf dem Markt herrscht noch einige Verwirrung über die Namen für die Elektrofahrräder. Als E-Bike werden Modelle bezeichnet, deren elektrischer Motor das Fahrrad ohne die Hilfe des Radfahrers auf eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h beschleunigen kann. Pedelecs hingegen haben nur einen Unterstützungsmotor und helfen, den Kraftaufwand beim Treten zu verringern. Sie sind auf dem deutschen Markt verbreiteter und können ohne Zulassung oder Führerschein gefahren werden.

Die Tretunterstützung von Pedelecs und E-Bikes macht das Starten zwar etwas schwieriger als eine vollelektronische Anfahrhilfe, aber deutlich komfortabler und belastungsärmer als das Losfahren mit einem herkömmlichen Rad. Zugleich wird die Reichweite des Radlers deutlich vergrößert, wenn ihn ein Elektromotor unterstützt. Dies belegt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Natursport und Ökologie der Deutschen Sporthochschule Köln. Ebenso eröffnet das Pedelec Herz-Kreislauf-Patienten den Weg zum Training an frischer Luft, ohne eine herzkritische Überbelastung zu riskieren.

Nicht nur medizinische Vorteile des Pedelecs

Durch die motorunterstützende Leistung können Radfahrer mit einem Pedelec sportliche Ziele schneller erreichen. Auch größere Distanzen sind durch den höheren Aktionsradius drin. Im Gegensatz zu anderen Verkehrsmitteln mit Verbrennungsmotor schont das "Radfahren light" die Umwelt. Die Stromkosten betragen 20 bis 40 Cent pro hundert Kilometer. So wird das Trendsportgerät Pedelec zu einer Option für gesundheitsbewusste Sportler im fortgeschrittenen Alter. Ebenso profitieren jene, die an der frischen Luft trainieren wollen, zugleich aber Herz und Gelenke nicht überanstrengen dürfen.

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