Radsport

Wir schaffen das!

Die 8848 Höhenmeter des Mount Everest meistern, auf zwei Rädern, ohne Pause: Das ist das Ziel einer Gruppe Radsportverrückter. Aufgeben? Niemals!

Zusammen sind sie stark: die Radsportfreunde Dan, Kay, Reiner und Tino (v.l.)

Zusammen sind sie stark: die Radsportfreunde Dan, Kay, Reiner und Tino (v.l.)

Foto: Reto Klar

Teufelsberg, neun Uhr morgens. Vogelgezwitscher erfüllt die Luft, dazu ein leises Sirren, das lauter und lauter wird. Kurz bevor Kay um die Kurve biegt, geht das Geräusch in ein gleich-
mäßiges Brummen über. Mit knapp 60 km/h flitzt sein Rennrad abwärts über den Asphalt der Fahrradstraße am Teufelsberg, die strömende Luft und die Schwingungen des schmalen Reifens sorgen für das markante Geräusch. Am Ende der Abfahrt angelangt, drosselt Kay die Geschwindigkeit und wendet, nur um wieder die Steigung in Angriff zu nehmen.

Kraftvoll tritt er in die Pedale, den Blick starr nach vorn gerichtet. Drei Minuten und 20 Sekunden braucht er für eine Auf- und Abfahrt auf der Strecke, die sich auf einer Länge von 700 Metern auf den Teufelsberg windet. Er ist bei Runde zehn, 20 sollen es an diesem Morgen werden. Am Ende des Tages wird er, die Hin- und Rückfahrt von seinem Heimatort Groß Kreutz nach Berlin eingerechnet, 130 Kilometer zurückgelegt haben. Trainingsalltag für den 39-Jährigen – und keine besondere Herausforderung. Richtig hart wird es erst in zwei Wochen.

„Mission Everesting“ heißt das Projekt, das sich Kay und gut 20 weitere Radsportverrückte aus Berlin und Brandenburg für den 28. Mai vorgenommen haben. Beim Everesting wird an einem Berg über eine vorher festgelegte Route so oft der Boden unter die Reifen genommen, bis die Höhenmeter des Mount Everest zusammengekommen sind. Das sind 8848 Höhenmeter. Ein Zeitlimit gibt es nicht, Pausen oder gar ein Nickerchen zwischendurch sind laut des Reglements der weltweiten Everesting-Bewegung aber nicht erlaubt. Es gibt Gruppen, die die Höhenmeter laufend ins Visier nehmen. Doch die meisten sind auf dem Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs.

18 Stunden auf dem Sattel

Das Everesting der Radsportfreunde wird im Harz stattfinden, genauer: am Brocken. Kay hat es federführend organisiert, sogar einen Auftritt im Internet erstellt. „Unser Basislager ist in Schierke“, erzählt er. „Von dort aus sind es 500 Höhenmeter und rund zehn Kilometer bis zum Gipfel des Brockens.“ Das heißt: Wer das Everesting im Harz beenden will, braucht 18 Auffahrten – am Stück, wohlgemerkt. Die durchschnittliche Steigung beträgt sechs Prozent.

„Das wird eine Grenzerfahrung“, ahnt Kays Kumpel Tino, der sich fest vorgenommen hat, unter die Finisher zu kommen. Er rechnet damit, 18 Stunden lang ohne Pause unterwegs zu sein. Nur für Ess- und Toilettenpausen will er hin und wieder für fünf Minuten abbremsen. Schafft er die Herausforderung, wird er am Ende an die 360 Kilometer in den Beinen und einige hundert Euro Sponsoring-Gelder für einen guten Zweck verdient haben. Denn die Challenge der Radsportfreunde ist zugleich ein Spendenprojekt zugunsten des Berliner Vereins Kinderhilfe e.V.

Trainiert wird derzeit fast täglich, allein oder in der Gruppe. Für Tino ist die gemeinsame Vorbereitung mit den Freunden eine große Motivation. „Auch wenn wir nicht zusammen fahren, können wir genau sehen, wo und wie viel die anderen unterwegs sind“, sagt er. Dafür sorgt die Registrierung bei der Sportler-Online-Datenbank Strava. Mit deren Handy-App messen alle ihre Trainingseinheiten und können im Netz Zeiten und Strecken vergleichen. „Das ist Kontrolle und Ansporn zugleich“, sagt Tino.

Das Hobby verbindet

Kay trainiert 400 Kilometer pro Woche, Tino 200 bis 250. Dazu kommt Krafttraining für Bauch und Rücken. Anders als Kay, der seit 2007 Rennrad fährt und als Mitglied des Radsportvereins RSC Großbeeren 05 e.V. regelmäßig Rennen fährt, kommt Tino vom Fun- und Geschicklichkeitssport Fahrrad Trial. Vor 15 Jahren sprang der 44-Jährige am Alexanderplatz mit seinem Mountainbike über Bänke, balancierte auf Mauern und hüpfte auf dem verstärkten Hinterrad seines Rads über den Asphalt.

Zum Bergfahren kam der selbstständige Handwerker erst vor eineinhalb Jahren über Kay, am Rande des Fußballplatzes in dem brandenburgischen Dorf, in dem die Söhne der beiden zusammen kicken. Dort geriet das Gespräch zufällig auf die gemeinsame Leidenschaft, das Fahrrad. Mit zum engen Kreis der Radsport-Kumpels gehören außerdem Kays Vater Reiner, 63, Bauleiter im Ruhestand, und der 33-jährige Dan. Er ist Intensivpfleger und aus dem 120 Kilometer entfernten Bad Freienwalde angereist.

Heute treffen sich die vier Männer zum Gemeinschaftstraining vor der Feuerwache in Götz, einem Ortsteil von Groß Kreutz. Scherzend radeln sie an gepflegten Einfamilienhäusern und Gemüsegärten vorbei, biegen dann auf einen Feldweg ab und passieren Obstplantagen, Pferdekoppeln und eine Kuhherde. Nach 500 Metern führt der Weg in einen Kiefernwald und es wird steiler. Ein Plattenweg zieht sich hinauf zum Aussichtsturm auf dem 108 Meter hohen Götzer Berg, von dem aus die Besucher über weite Teile des Havellands bis nach Berlin schauen können. Im Westen sieht man den Dom zu Brandenburg, im Süden erkennt man die Höhen des Flämings.

Sich gegenseitig unterstützen

Doch für die Schönheiten des Landstrichs hat in diesem Moment keiner der Männer Sinn. Am Fuß des Berges verstummt das Geplauder. Ein kurzer Blickkontakt und jeder geht in Position. Die vier Sportler konzentrieren sich auf ihr unmittelbares Sichtfeld – und auf ihre Körper. Eins ums andere Mal nehmen die vier den Berg unter die Räder, drehen an der Spitze um und lassen sich mit mehr oder weniger Tempo wieder hinunterrollen, nur um dann erneut die Anhöhe zu erklimmen. Ohne Pause. So, wie es in den Everesting-Regeln steht. Tino presst die Lippen zusammen. Die Steigung beträgt an manchen Punkten 13 Prozent. Reiner atmet schwer. In den Duft der Kiefernnadeln mischt sich der Geruch von Schweiß. Doch so lange einer in die Pedale tritt, treten die anderen mit.

Der nächste Aufstieg steht an. Die vier Männer haben gewendet und wollen gemeinsam anfahren, als plötzlich Dan mit seinem Rad fast umkippt. Alle bremsen ab, Kay fängt Dan mit seinen Armen auf. Das Problem: In dem Moment, in dem Dan seinen rechten Fuß ins Klickpedal einklicken wollte, hatte der 33-Jährige kurz das Gleichgewicht verloren und konnte sich nicht selbstständig halten, weil der linke Fuß schon eingeklickt war. Die Radlerschuhe in Kombination mit den Klickpedalen sorgen für eine bessere Kraftübertragung, weil der Fahrer beim Radfahren nicht nur tritt, sondern auch zieht.

„Das ist Ehrensache, dass man aufeinander wartet und sich unterstützt“, sagt Kay. „Für uns ist das Radfahren nicht nur Sport, sondern ein Gemeinschaftsding.“ Am Berg gibt es zwar keine Entlastung wie beim Radrennen, wo wie in einem Zugvogelschwarm die auf die Spitze folgenden Fahrer im Windschatten Energie einsparen. Doch man gibt sich mentalen Auftrieb – und sportliche Tipps. Was tut man gegen Schmerzen? Was isst man am besten vor dem Training? Welche ist die beste Gesäßcreme gegen einen wunden Hintern?

Jeder muss auf seinen Körper hören

Tino hat nach Trainingsfahrten über 100 Kilometer vor allem mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Bei Reiner sind es die Schultern, die sich verspannen und wehtun. „Gerade wenn es bergab geht und man immer bremsen muss.“ Auch der Rumpf und das Gesäß sind anfällig für Schmerzen. „Wenn es für den Hintern zu schmerzhaft wird, gehe ich beim Anstieg zur Entlastung aus dem Sattel und in den Wiegetritt“, erklärt Kay. Auch das richtige Outfit unterstützt beim ambitionierten Radfahren. Funktionsunterwäsche gegen den Schweiß. Beinlinge und eine geschlossene Weste gegen die Kälte bei den Abfahrten. Eine gepolsterte Fahrradhose und Creme für den Po. Mütze, Handschuhe und Brille als Wind- und Sonnenschutz. Ein Helm für die Sicherheit. Trittsichere, bequeme Schuhe für den richtigen Halt und die perfekte Kraftübertragung.

Am wichtigsten allerdings sei, auf sich selbst zu hören, stellen die vier Radsportler übereinstimmend fest. „Jeder muss die Haltung und das Tempo finden, die zu ihm passen, sonst ist man ganz schnell platt“, sagt Dan. Oder, wie Kay es ausdrückt: „Das Radfahren sieht aus wie ein Mannschaftssport. Aber am Ende leidet am Berg doch jeder für sich.“

Doch warum tut man sich das an? Warum testen die vier in ihrer Freizeit ihre Schmerzgrenze aus, stellen sich einer Herausforderung wie der „Mission Everesting“?

Alles dreht sich ums Rad

Dan schaut verständnislos. Es ist eine Frage, die er sich selbst nie stellen würde. Seit Kindesbeinen an bewegt er sich auf dem Fahrrad, an die Familienurlaube mit dem Mountainbike in Bayern hat er die besten Erinnerungen. Tag für Tag streifte er damals mit seinem Bruder auf zwei Reifen durch Wälder und über Almwiesen. „Wenn ich heute in den Alpen einen Pass hochfahre und gucke und die Gedanken schweifen lasse – dann ist das wie ein Runners High“, sagt er. Gern hat er bei solchen Fahrten auch eine Kamera dabei und fotografiert spektakuläre Ausblicke.

Das ganze Leben des hoch gewachsenen jungen Mannes dreht sich mittlerweile ums Rad: Er ist aktives Mitglied im Radsportverein RSV Eberswalde und legt pro Woche rund 600 Kilometer zurück – Trainingsstrecken und Arbeitsweg zusammen gerechnet. Im Urlaub fährt er natürlich da hin, wo interessante Radstrecken locken. So lernte er auch die Kumpels aus Brandenburg kennen: beim Stoneman Trail im Erzgebirge. Auch da geht es ums Gipfelstürmen: Neun der höchsten Berge des sächsisch-böhmischen Gebirges gibt es auf einem 162 km langen Rundweg zu erklimmen. Dieser Parcours steht auch noch auf dem Vorbereitungsplan der Männer fürs Everesting.

In Dans Besitz sind zwei Rennräder, „eins für Schönwetter und eins mit Schutzblech“. Dazu ein Mountainbike und ein Tourenrad für Stadtfahrten. Bald soll ein Fatbike mit extrabreiten Reifen dazukommen – „für den Winter“. In sein Material hat Dan rund 20.000 Euro investiert. Dazu kommen 200 bis 300 Euro im Jahr für Wartung und Ersatzteile – pro Fahrrad.

Sich schinden für den guten Zweck

Was Dan am Everesting-Projekt reizt und motiviert, ist allerdings nicht nur die sportliche Herausforderung. Es ist auch die Verbindung mit dem sozialen Engagement. Gleich bei der ersten Sichtung des Geländes am Brocken kam den Freunden die Idee, sich pro Auffahrt von Freunden, Bekannten und Fans sponsern zu lassen und das mit Ausdauer und Schweiß verdiente Geld einem gemeinnützigen Verein zur Verfügung zu stellen. Dans Arbeitgeber, das Krankenhaus Märkisch Oderland, war von dem Vorhaben so angetan, dass es Dan mit 100 Euro pro Auffahrt unterstützt. Bei Dans Kondition ist so gut wie sicher, dass er alle 18 Runden im Harz meistern und somit allein mit diesem Sponsor fast 2000 Euro einfahren wird. Aber auch kleinere Sponsorenbeiträge sind erwünscht und bereits registriert. Dans Neffe William will einen Euro pro Runde seines Onkels spenden. Kays Oma Alinde unterstützt ihren Enkel mit fünf Euro pro Auffahrt.

Das Geld der Radsportler wird dem Berliner Verein Kinderhilfe e.V. zugute kommen, der krebs- und andere schwerkranke Kinder und ihre Familien unterstützt. „Es gibt zwar hin und wieder Sportler-Gruppen, die mit Spenden auf uns zukommen, aber so etwas hatten wir noch nie. Das ist etwas ganz Außergewöhnliches“, sagt Birgit Wetzig-Zalkind vom Verein Kinderhilfe. Nicht nur das ehrgeizige sportliche Vorhaben, auch die Eigeninitiative der Radfahrer begeistert sie. Um die Gruppe zu unterstützen, wird auch die Kinderhilfe mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Schulz am 28. Mai am Brocken mit einem Stand vor Ort sein, Wasser und Verpflegung verteilen und informieren.

Alle Sponsorengelder, sagt Birgit Wetzig-Zalkind, sollen in die Einrichtung einer Elternwohnung in der Nähe des Virchow Klinikums fließen, wo Knochenmarktransplantationen vorgenommen werden. In der Wohnung können Eltern und Geschwisterkinder wohnen, die nicht in Berlin zu Hause sind, während das kranke Kind in stationärer Behandlung ist. Eine Prozedur, die sich wegen möglicher Rückfälle oder Medikamenten-Unverträglichkeiten bis zu einem halben Jahr hinziehen kann. „Die Eltern sind ein ganz wichtiger Haltepunkt im Heilungsprozess und sie müssen stark sein für ihr Kind“, sagt Birgit Wetzig-Zalkind. „Daher brauchen sie einen angenehmen Rückzugsort, der zugleich nah beim Krankenhaus ist. Das können unsere Elternwohnungen bieten.“

Herausforderung für die ganze Familie

Zurück nach Groß Kreutz in Brandenburg. Es ist Donnerstagabend, und wieder liegt ein lautes Sirren in der Luft. Diesmal kommt es aus dem Souterrain des Einfamilienhauses, in dem Kay mit seiner Familie wohnt. Im Keller hat er sich einen Trainingsraum eingerichtet, besser: das Gästezimmer der Familie in einen Fitnessraum umfunktioniert. Wenn er nicht im Freien Strecke macht, geht er „auf die Rolle“. Das heißt: Er spannt das Hinterrad seines Rennrads in den Rollentrainer, klickt den Widerstand ans Laufrad, verkabelt diesen mit seinem Lenker, setzt sich auf den Sattel und macht ein Intervalltraining.

Zum Warmmachen stellt Kay einen leichten Widerstand ein und wählt eine hohe Trittfrequenz. Nach 15 Minuten erhöht er peu à peu den Widerstand und fährt seine Herzfrequenz bis kurz vors Limit. Diesen Zustand hält er drei Minuten, dann lässt er ein wenig nach, um schließlich erneut Gas zu geben. Schweißtropfen bilden sich auf seiner Stirn. „Jetzt spüre ich ordentlich meine Schenkel“, stößt Kay hervor, dann spricht er nicht mehr und schaut lieber auf den Laptop, den er vor seinem Lenker platziert hat. Er spielt einen Youtube-Film ab, in dem ein Radsportler einen französischen Pass nahe Briançon abfährt. Den würde Kay auch gern einmal in Angriff nehmen. „Gleich den nächsten Plan schmieden“, heißt Kays Devise, wenn es richtig wehtut.

Er fühle sich nicht ausgeglichen, wenn er nicht permanent hart trainiere, sagt Kay. Und, dass er froh ist, dass seine Familie Verständnis hat. Kay investiert an die 16 Stunden pro Woche in den Radsport, neben seiner Vollzeitstelle bei der Polizei. „Wir kennen das schon, dass Kay an Familiensonntagen mit Kaffeetrinken zwischendurch mal verschwinden und aufs Rad steigen muss“, erzählt seine Frau Birgit, 41.

Der Sport hält ihn jung

An anderen Wochenenden steht er so früh auf, dass er seine Trainingseinheit schon hinter sich hat, wenn sich seine Frau und die beiden Söhne an den Frühstückstisch setzen. Weil auch die Kinder sportlich sehr aktiv sind, im Hip Hop und im Fußball, ist die größte Herausforderung in der Familie, alle Termine zu koordinieren. Kay habe es allerdings besonders schlau eingefädelt, sagt Birgit grinsend: „Er hat mit seinem Enthusiasmus fürs Radfahren schon alle angesteckt: nicht nur viele Freunde, sondern auch seinen Bruder und seinen Vater.“

Vater Reiner bestätigt das. „Kay wollte sein altes Rennrad nicht einfach in der Ecke stehen lassen und hat mich Probe fahren lassen“, so der 63-Jährige. Nach zwei Minuten habe der Sohn konstatiert: „Passt doch!“ Seitdem ist Reiner mit unterwegs, wie die beiden Söhne in der schwarz-rot-grünen Kluft des RSC Großbeeren 05. Vier Jahre ist das her. „Ich finde den Sport toll, er hält mich jung“, sagt Reiner. „Meine Kondition hat ganz schön zugenommen. Früher habe ich beim Treppensteigen gejapst. Das ist jetzt nicht mehr so.“

Und so kommt es, dass die sportlichen Einheiten häufig zum Familienausflug werden: Kay, sein Bruder Lars und Vater Reiner fahren mit dem Rad, der Rest der Familie kommt mit dem Auto hinterher. Auch im Harz wird Birgit gemeinsam mit Kays Mutter und seiner Schwägerin dabei sein und die Sportler vom Wohnmobil aus verpflegen. „Sie ist unser Sherpa“, scherzt Kay. Belegte Brötchen soll es geben, vielleicht auch schnell zu konsumierenden Müslibrei. Dazu Energieriegel und Bananen und sehr viel zu trinken. Pro Stunde ein Liter – das ist das Minimum.

Was bleibt, ist Respekt

Ein letzter Blick auf das Gemeinschaftstraining am Götzer Berg. Weil die Sonne die Wolken verdrängt hat und die Einheit so gut gelaufen ist, lassen Kay, Tino, Dan und Reiner zum Abschluss ihre Räder am Fundament des Aussichtsturms liegen und erklimmen die stählerne Treppe bis zur Aussichtsplattform. Dan und Tino klammern sich am Geländer fest: Auf ihren Bikes fühlen sie sich sichtlich wohler als in der schwindelnden Höhe, und das kommentieren sie auch lachend.

Doch trotz des permanenten Trainings, der akribischen Planung und der guten Stimmung im Team: Der Respekt vor der „Mission Everesting“ am Brocken bleibt. „Alles wird anstrengend sein: die Steigung, die lange Belastung in den Beinen, die Temperaturunterschiede zwischen den schweißtreibenden Auffahrten und den eisig kalten Abfahrten“, meint Kay. Vor allem für seinen Kopf werde die Challenge heftig werden, gerade zum Schluss hin, sagt Dan: „Weil ich dann die Strecke in- und auswendig kenne.“

Der Ehrgeiz allerdings überwiegt – und der Glauben an die eigene Kraft. „Wir schaffen das“, ruft Kay seinen Radsportfreunden zu. „Und wenn der Schmerz kommt: einfach drauftreten!“

Wollen Sie mehr über die „Mission Everesting“ am 28. Mai wissen oder einen oder mehrere Fahrer zugunsten des Vereins Kinderhilfe e.V. sponsern? Mehr Infos auf der Internetseite www.kinderhilfe-ev.de