Bundesregierung

Babyklappe: Experten begrüßen Pläne zu neuem Gesetz

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat angekündigt, anonyme Geburten und Babyklappen auf eine rechtliche Grundlage zu stellen. Experten begrüßten diesen Vorstoß sehr. "Ich bin sehr dankbar dafür. Das zollt den Müttern in ihrer größten Not viel Respekt", sagte die Gründerin des bayerischen Projekt Moses, Maria Geiss-Wittmann.

In rund 60 bayerischen Städten bietet das Projekt Moses Frauen die Möglichkeit, Babys ohne Angabe zur eigenen Identität in einer Klinik zu bekommen.

"Ein Gesetz kann helfen, dass die Abgabe des eigenen Kindes in der Gesellschaft nicht länger verachtet wird", betonte Sozialpädagogin Geis-Wittmann, die lange Zeit auch Chefin der katholischen Schwangerenberatung "Donum Vitae" war. Einer aktuellen Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge wurden seit 1999 bundesweit immerhin fast 1000 Kinder anonym geboren oder in Babyklappen abgelegt.

Nach Schröders Plänen soll dann in Zukunft die Identität der Mutter auf deren Wunsch für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren geheim bleiben. Die Beratungsstellen würden demnach dann allerdings den Namen der Frau erfassen, aber sicher unter Verschluss halten. Erst nach diesem Zeitraum wolle man den Kindern dann die Chance geben, ihre eigene Identität festzustellen. Geiss-Wittmann betonte, dass diese Frist in Ausnahmefälle auch verlängert werden müsse. "Besonders bei Frauen mit islamischem Glauben ist nicht absehbar, wann sich die Mutter öffentlich zu ihrem Kind bekennen kann", so die Sozialpädagogin.

Lebensschutz des Kindes

Vertrauen sei in diesem Bereich ohnehin das wichtigste Gut, sagte Geiss-Wittmann. "Die Frauen müssen wissen, dass ihre Angaben in jedem Fall absolut geschützt sind. Die Schwangerenberatung hat ein Zeugnisverweigerungsrecht." In erster Linie gehe es schließlich um den Lebensschutz des Kindes. "Dieser ist aber nur mit einer würdigen Hilfe für die Mutter zu erreichen. Sie muss das Gefühl bekommen, dass wir ihren Konflikt mit der Schwangerschaft lösen können." Erst im zweiten Schritt könne es um die Abstammung des Kindes gehen. Einen Zeitplan für das Inkrafttreten des Gesetzes gibt es nach Angaben des Familienministeriums allerdings noch nicht. Zuvor seien auf jeden Fall noch schwierige juristische Fragen zu klären.