Sozialpolitik

Stadtteilmütter bekommen Zeugnisse als Sozialassistentin

Weil sie erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen haben, bekommen 19 ehemalige Berliner Stadtteilmütter aus Kreuzberg, Neukölln, Charlottenburg und Steglitz am Donnerstag ihre Zeugnisse überreicht. Sie dürfen sich nun staatlich geprüfte Sozialassistentinnen nennen, Voraussetzung für die Ausbildung war ein Hauptschulabschluss.

Die Frauen sind zwischen 30 und 50 Jahren alt, haben unter anderem türkischen, kurdischen oder arabischen Migrationshintergrund. Zum Teil besitzen sie sogar höherqualifizierte Abschlüsse, die aber in Deutschland nicht anerkannt werden.

"Die Frauen sind sehr stolz und begeistern sich sehr für ihre neuen Aufgaben", sagt Ulrike Koch, Projektleiterin der Kreuzberger Stadtteilmütter. "Ihre Lebenswege sind oft schwierig verlaufen." Probleme mit der Schule, abgebrochene Berufsausbildungen oder familiäre Schwierigkeiten gehörten zu den häufigen Gründen. Doch ihre Arbeit als Stadtteilmütter motivierte die jungen Frauen, sich weiterzubilden. Seit mehr als drei Jahren arbeiten in Kreuzberg zahlreiche Stadtteilmütter, in Neukölln seit 2006. Sie nehmen Kontakt zu Familien auf, die sich sonst nur wenig in gesellschaftliches Leben, wie in Kindergärten oder Schulen einbringen. Die Zielgruppe sind vor allem solche mit Migrationshintergrund. Den Familien sollen so bessere Bildungschancen eröffnet werden, zum Beispiel, indem die Stadtteilmütter ihnen helfen, die frühkindliche Entwicklung ihrer Kinder sinnvoll zu unterstützen. Sie stellen aber auch die Verbindung zwischen den Familien und öffentlichen Sozial- und Bildungseinrichtungen her. Ihre Erfahrungen können die neuen Absolventinnen in ihren Einsatzbereichen gut anwenden. Unter anderem leisten sie Hilfe zur Erziehung, indem sie Sozialpädagogen bei ihrer Arbeit in den Familien begleiten. Einige von ihnen arbeiten auch in Familiencafés. Ein Teil der Stadtteilmütter beginnt nun sogar die berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin.

Infos: www.diakonie-stadtmitte.de

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