"Vor allem Familien, bei denen Frauen in der Vergangenheit Kinder erzogen, auf eigene Berufstätigkeit verzichtet und deren Kinder mittlerweile das Haus verlassen haben, verlieren den gerechten und verfassungsrechtlich gebotenen Steuervorteil des Ehegattensplittings."

Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion sagte weiter, von den rund 20 Milliarden Euro, die das Ehegattensplitting ausmache, entfalle ein erheblicher Anteil auf diese Frauengeneration, welche im Vertrauen auf den Bestand des Ehegattensplittings ihre Lebensplanung eingerichtet habe.

Die im SPD-Wahlkampfteam für Familienpolitik zuständige Manuela Schwesig hatte ihre Forderung nach einer umfassenden Reform des Ehegatten-Splittings nach der Bundestagswahl damit begründet, dass es ungerecht sei, "dass gut verdienende Paare unabhängig von Kindern vom Ehegattensplitting überproportional profitieren". Sie wolle an das Ehegattensplitting zu Gunsten von Paaren mit Kindern herangehen und das gewonnene Geld in Bildung und Erziehung investieren.

Beim Ehegatten-Splitting wird das zu versteuernde Einkommen auf beide Partner zur Hälfte aufgeteilt. Damit haben vor allem jene Paare einen Vorteil, bei denen das Einkommen ungleich verteilt ist. Diesen Vorteil haben auch kinderlose Ehepaare. Auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte immer wieder die Einführung einer Kinderkomponente für das Ehegatten-Splitting ein, hatte sich damit aber nicht durchsetzen können.