Ihr 45 Jahre alter, maroder Flachbau wird für 965 000 Euro umgebaut, ein Teil des Geldes kommt aus dem Krippenförderprogramm des Bundesfamilienministeriums.
"Viele Eltern sind froh, dass endlich etwas am Kindergarten gemacht wird", sagt Gesamtelternvertreter Marco Jankowski. Doch bevor die Kinder vom Umbau profitieren, wird für die Eltern der Alltag erst einmal stressiger. Viele wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft der Württembergallee, brauchen nur wenige Minuten bis zur Kita. Die Kita Götelstraße in Spandau, auf deren Gelände der Containerbau für die Kinder aus Westend aufgestellt werden soll, ist zwar nur sechs Kilometer entfernt. Aber die Strecke führt über die Heerstraße, eine der meistbefahrenen Ein- und Ausfallstraßen Berlins. "Da stehen wir morgens garantiert im Stau", fürchtet eine Mutter.
Wer kein Auto hat, ist noch schlechter dran: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert der Weg von einer Kita zur anderen eine halbe Stunde. Die Eltern müssen also zwei Stunden Fahrtzeit am Tag einplanen - und das für vier bis fünf Monate, so lange soll der Umbau nach derzeitiger Planung dauern.
"Das alles ist für die Eltern natürlich nicht schön", sagt Detlev Nagi, Geschäftsleiters des Eigenbetriebes Kindertagesstätten Nordwest, zu dem die Kita Württembergallee gehört. "Aber während des lauten Teils der Bauarbeiten gibt es keine andere Lösung als den Auszug." Ursprünglich hatte der Betreiber eine deutlich näher gelegene Lösung im Auge: Die nur eine S-Bahn-Station entfernt gelegene, ehemalige Kita Glockenturmstraße steht seit drei Jahren leer. Doch gerade jetzt hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einen Investor für das Gebäude gefunden, und die Betreiber mussten kurzfristig eine andere Lösung für die Kinder aus der Württembergallee suchen.
Um den vorübergehenden Umzug für Eltern erträglicher zu machen, werde möglicherweise ein Bus eingesetzt, der morgens einmal nach Spandau und am Nachmittag wieder zurückfährt, sagt Nagi.
Für alle Eltern, die keinesfalls umziehen wollen, werde man eine Lösung finden, verspricht er. Ein Teil der Kinder könne in der nahen Kita Länderallee unterkommen.
Doch für Simone Kleine, deren zwei Jahre alte Tochter die Kita Württembergallee besucht, ist das keine Lösung. Bevor sie ihre Tochter in eine fremde Gruppe gebe und sie dann nach dem Umbau wieder in die Württembergallee zurückschicke, denke sie jetzt darüber nach, die Kita ganz zu wechseln: "Ich sehe mich schon um, wo in Westend noch Plätze frei sind."

