„Selbst schuld“, hat der Polizist gesagt. „Was fahren Sie auch so ein Auto?“ Aber was für ein Auto war das schon, kein Porsche Cayenne, kein Audi Q7. Ein ganz normaler VW-Bus. Aber leider das meistgeklaute Auto Berlins.
Der Wagen, ein T5, gehört dem Berliner Künstler Bertrand Freiesleben, der Porträtbüsten von berühmten deutschen Persönlichkeiten anfertigt, von Männern wie Richard von Weizsäcker, Klaus von Dohnanyi, Kurt Masur, Rolf Hoppe oder Walter Kempowski. Und seit dieser Woche auch Dieter Hallervorden. Am Dienstag trafen sich Freiesleben und Hallervorden zur ersten Sitzung im Schlosspark Theater. Am Mittwochabend war die Büste so gut wie fertig. In der Nacht zu Donnerstag wurde der Kleinbus von Bertrand Freiesleben in Prenzlauer Berg gestohlen. An Bord die noch feuchte, fast vollendete Tonbüste von Dieter Hallervorden. Außerdem Werkzeug, ein Kontrabass und die fertigen Skulpturen des Schauspielers Patrick Schott und des armenischen Schachgroßmeisters Levon Aronjan, aber das ist verkraftbar, die Büsten kann Freiesleben reproduzieren, er hatte bereits die Negative angefertigt.
Dieter Hallervordens leicht schief gelegter Kopf, die geschürzte Unterlippe, die hochgezogenen Brauen, all das ist unwiederbringlich verloren. Sieben Stunden Arbeit umsonst, viel Schweiß, Kraft und Konzentration. „Er weiß noch nichts“, sagt Freiesleben. Bis zum Abend hatte er Dieter Hallervorden nicht erreicht.
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