Zwei Tage nach dem Wintereinbruch hat sich die Lage auf Berlins Straßen weitgehend normalisiert. Verkehrsunfälle wegen Schnee und Glatteis gab es am Samstag kaum noch, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Bei ruhigem Winterwetter konnte sich die Berliner Stadtreinigung (BSR) nach den Hauptstraßen auch um die Schneeräumung in den Nebenstraßen kümmern. Auf den Flughäfen gab es keine witterungsbedingten Ausfälle mehr. Nur die Berliner S-Bahn kämpft weiter mit dem kalten Winterwetter.
So müssen die Berliner an den S-Bahnhöfen auch am gesamten Wochenende mit langen Wartezeiten rechnen. Witterungsbedingt werde es weiter zu Verspätungen im Zugverkehr kommen, sagte ein Bahnsprecher. Hinzu kämen Einschränkungen durch Bauarbeiten im Bereich Ostkreuz.
Weniger Wagen auf der Strecke
Nach massiven Winterproblemen mit Zugausfällen, eingefrorenen Weichen und Türen steht die S-Bahn wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Am Donnerstag hatte das Unternehmen nur 341 Fahrzeuge einsetzen können. Das waren knapp 100 weniger als vor dem Wintereinbruch. Am Freitag gab es wetterbedingte Einschränkungen bei der S-Bahn auf elf Linien.
Auch an diesem Wochenende seien weniger Fahrzeuge unterwegs, sagte der Sprecher. Grund sei ein „Rückstau“ in den Werkstätten, wo die Züge regelmäßig gewartet werden müssten. Wie viele Züge an diesem Wochenende voraussichtlich wieder ausfallen, konnte er nicht sagen.
Auch im Fernverkehr gibt es Probleme auf den Schienen. Auf den Hauptstrecken des von Berlin in Richtung München, Hamburg, Ruhrgebiet, Köln und Frankfurt am Main kommt es zu witterungsbedingten Verspätungen bis zu bis zu zwei Stunden. Vereinzelt seien auch Zugausfälle möglich, sagte ein Bahnsprecher. Bahnkunden können wegen wetterbedingter Verkehrsstörungen ihre Tickets eine Zeit lang ohne Erstattungsgebühr zurückgeben. Sonst sind meist 15 Euro fällig.
BSR räumt Anlaufschwierigkeiten ein
Auch bei der BSR hatte es nach dem Wintereinbruch am Donnerstag „Anlaufschwierigkeiten“ gegeben. Diese betrafen das Freilegen der Bushaltestellen, für die das Unternehmen nach dem neuen Straßenreinigungsgesetz zuständig ist. Mittlerweile hätten die dafür beauftragten Subunternehmer „nachgearbeitet“, sagte BSR-Sprecherin Sabine Thümler.
Der Chef der BSR-Sparte Stadtreinigung, Winfried Becker, mahnte unterdessen mehr Nachsicht bei schwierigen Straßenverhältnissen an: „Wir sind bestens vorbereitet. Aber wir haben einen Winterdienst, keinen Winterverhinderungsdienst“, sagte Becker der „Berliner Zeitung“ (Samstag). Wenn es stark schneie, dauere es naturgemäß ein wenig, bis die Straßen wieder schwarz - das heißt geräumt - seien.
Flughäfen winterfest
Auf den beiden Berliner Flughäfen gab es indes keine Probleme mehr mit Schnee und Eis. Die winterlichen Beeinträchtigungen seien behoben, sagte Flughafensprecher Leif Erichsen. Acht Flüge fielen dennoch aus - wegen des Streiks der Fluglotsen in Spanien. Dort war der Flugverkehr am Freitagabend nach einem Streik praktisch zum Erliegen gekommen. Rund 1800 Flüge wurden nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE gestrichen.
Auch nach Ende des Arbeitskampfes mussten am Abend noch Flüge nach Antalya und Madrid gestrichen werden. Eine Maschine aus Teneriffa wurde umgeleitet und sollte Tegel mit mehr als acht Stunden Verspätung erreichen. Die Flughafengesellschaft rät Reisenden, sich vor der Fahrt zum Flughafen bei den Fluggesellschaften oder Reiseveranstaltern zu erkundigen, ob ihre Maschine planmäßig fliegt.
Wegen des Wintereinbruchs waren in Berlin am Donnerstag rund 100 Flüge ausgefallen, weil Maschinen nicht ankamen oder Flüge zusammengelegt wurden. Am Freitag hatte sich die Lage wieder normalisiert, dennoch mussten in Tegel und Schönefeld nochmals 20 Flüge gestrichen werden.
dpa/ap

