Red Bull verleiht bekanntlich Flügel – zumindest wenn es nach dem Slogan des Getränkeherstellers geht. In Hinblick auf den Bau eines neuen Produktionsstandortes im brandenburgischen Baruth/Mark muss der Branchen-Gigant nun aber vorerst auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Die Ausbaupläne wurden am Donnerstag vom Oberverwaltungsgericht gestoppt.

Damit hatte der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg mit seinem Eilantrag Erfolg. In seiner Urteilsbegründung erklärte das Gericht, dass der Bebauungsplan an einem „materiellen Fehler“ leide. Heißt konkret: Rechtliche Mängel begünstigten die Entscheidung zugunsten des Umweltverbands.

Red Bull will 17 Hektar Wald in Brandenburg roden

Das geplante Industriegebiet entspreche demnach nicht den Vorgaben der Baunutzungsverordnung, die für erheblich störende Gewerbebetriebe bestimmt ist. Unter anderem sei kein Teilgebiet ohne Lärmbeschränkung ausgewiesen. Die Eilentscheidung sei erforderlich gewesen, da die Rodungsarbeiten für ein Teilstück in Kürze beginnen sollten.

Red Bull wollte für die Vergrößerung des Standortes ein angrenzendes, rund 17 Hektar großes Waldstück roden. Der Umweltverband hatte zahlreiche umweltrechtliche Einwände. Unter anderem, dass Red Bull durch die Standorterweiterung als neuer Eigentümer auch auf rund 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr zurückgreifen könne. Wasser, das künftig auch für die Produktion von Dosen hätte herhalten müssen.