Die Sonne schien, die Stimmung war aufgekratzt, die Rennpferde hochkärätig beim Westminster Großen Preis von Berlin, der zum 135. Mal in Berlin ausgetragen wurde. 11.900 Besucher aus Berlin und der ganzen Welt kamen am Sonntag nach Hoppegarten. Weitere 23.000 Menschen verfolgten den deutschen Galopprenntag des Jahres via Live-Stream im Internet.
Cold Heart war das beste deutsche Pferd beim Großen Preis von Berlin. Er unterlag jedoch dem sieben Jahre alten, globalen Superstar Rebel‘s Romance, der dem Scheich von Dubai gehört und der bereits 12 Millionen Euro an Preisgeld verdient hat. Er wurde erstmals von dem blutjungen Billy Loughnane (19) geritten. Star-Jockey René Piechulek (38) landete mit Junko auf dem zweiten Platz.
„Die deutsche Grand Prix Klasse ist im Augenblick nicht stark genug“, erklärt Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh. Er freut sich trotzdem: „Der supertalentierte Nachwuchs-Jockey Billy Loughnane hat sein erstes internationales Championat in Berlin gewonnen. Das ist toll für Hoppegarten.“
Unter den Gästen in der VIP-Lounge waren nicht nur Pferdeliebhaber und Rennstallbesitzer, sondern auch Größen aus Politik und Gesellschaft, wie der ehemalige SPD-Parteichef Matthias Platzeck, die Kunstmäzenin und Unternehmerin Yu Zhang, der Schauspieler Roman Knižka, der Ex-Jockey Kai Schirmann, der Ökonom Martin Heipertz, Schauspieler Axel Pape oder die Kardiologin Nicole Toursarkissian.
„Optischer Eindruck eines Pferdes entscheidend“
Schauspieler Roman Knižka kam mit seiner Mutter zum Pferderennen nach Hoppegarten und sah sich im Führring die Pferde genau an: „Ich könnte auch in den Biografien der Pferde vieles nachlesen. Aber bei einem Schauspieler ist ja auch nicht derjenige am besten, der am meisten dreht. Für mich ist einfach der optische Eindruck eines Pferdes am wichtigsten“, erklärte Knižka. „Die Pferde sind natürlich alle wundervoll. Aber man vergleicht ihren Gang, ihre Muskulatur und auch, was der Jockey so macht. Daraus ergibt sich ein Gesamtbild, welcher der eigene Favorit ist.“
Pferderennen in Hoppegarten – Die Bilder
Luisa Eckert und Julia Höfele trugen zwei unterschiedliche Kleider, die zufällig aus demselben Stoff geschneidert waren. Sie musterten sich gegenseitig und kamen ins Gespräch. Dabei stellten sie fest, dass sie sich sehr gut verstanden. Die dritte im Bunde, Sandra Möhlmann, nahm im vergangenen Jahr beim „Ladies Day“ in Hoppegarten den Preis „Best Outfit“ entgegen.
Londoner: „Hoppegarten schöner als Ascot“
Fünf Rennpferde-Experten aus London reisten für den Großen Preis von Berlin extra aus London an: George Broughton (Natalma Bloodstock), Ed Veale (Director Bahrain Turf Club), Theo Bache (Analyst), Maximilian Girkins und Tom Rivett Carnac (AGL Communication). „Ich liebe diese riesige Rennbahn mit ihrer historischen Haupttribüne“, schwärmte Tom Carnac. „Sie ist einfach wundervoll. Wir waren auch schon in Royal Ascot, dort haben wir aber nicht so viele Bäume wie hier.“ Ob sie gleich wieder zurückfliegen oder sich auch Berlin anschauen wollen? „Wir wollen auf jeden Fall ein bisschen Kultur sehen“, so Carnac. „Auch in einen Club wollen wir gehen, wenn es auch nicht der Berghain sein muss.“









