Mit Hilfe des Software-Milliardärs und Mäzens Hasso Plattner wird in den kommenden zehn Jahren ein neuer Universitäts-Campus in Potsdam geschaffen. Das teilten die Landesregierung und die Stiftung Hasso Plattner am Nachmittag mit. Er soll auf dem früheren Gelände des Brandenburger Landtags, dem Potsdamer Brauhausberg entstehen.

Zur Verwirklichung der Pläne wird auch eine Task-Force eingerichtet, die Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Plattner leiten, wie es hieß. Zugleich soll das Hasso-Plattner-Institut – eine Informatik-Forschungseinrichtung – am Griebnitzsee zwischen Potsdam und Berlin erweitert werden. 

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke: „Wirtschaft wird profitieren“

Hasso Plattner will viele Millionen Euro in den neuen Uni-Campus und den Ausbau seines Instituts in Potsdam investieren. Plattner nannte keine Summe, sagte aber, von einer dreistelligen Millionensumme sei auszugehen. Mit Blick auf die Hasso Plattner Foundation sagte er: „Was immer uns das kosten wird, die Stiftung kann das finanzieren.“ Woidke sieht Auswirkungen für die gesamte Region. „Die Wirtschaft in Brandenburg und Berlin wird massiv davon profitieren.“

Der SAP-Mitgründer sieht angesichts der Entwicklung in den USA „eine historische Chance die nächsten dreieinhalb Jahre, aufzuholen“. Nach dem Willen der Regierung von US-Präsident Donald Trump soll die Uni Harvard künftig im Rahmen eines speziellen Bundesprogramms keine neuen Studierenden aus dem Ausland mehr aufnehmen dürfen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Verbesserung von der Position Deutschlands in der Weltwirtschaft über Ausbildung geht“, sagte Plattner. 

Neuer Uni-Campus in Potsdam mit Tausenden Studenten

Bis zu 6000 Studentinnen und Studenten sollen bis 2035 auf den neuen Campus der Uni Potsdam kommen. Er soll auf dem früheren Gelände des Brandenburger Landtags, dem Potsdamer Brauhausberg entstehen. Dorthin sollen Jura und Sozialwissenschaften vom Campus Griebnitzsee umziehen.

Plattner will zugleich das Hasso-Plattner-Institut am Griebnitzsee ausbauen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz. „Wir wollen schon auf dem Weg sein in die erste Reihe der deutschen Informatik-Fakultäten.“ Seine Stiftung soll die Pläne finanzieren. „Wir wollen so schnell wie möglich beginnen“, sagte Plattner.

Mehrere Mega-Investitionen von Hasso Plattner in Potsdam

Hasso Plattner, Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP, spricht während einer Pressekonferenz zur Umgestaltung des Brauhausberg-Geländes.
Hasso Plattner, Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP, spricht während einer Pressekonferenz zur Umgestaltung des Brauhausberg-Geländes. © Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Der 81-jährige Plattner, Mitbegründer des Software-Konzerns SAP, ist seit langem als Mäzen für Wissenschaft und Kunst aktiv. Der alte Brandenburger Landtag – inzwischen verfallen – und das Gelände in herausgehobener Lage sind nicht die erste Mega-Investition von Plattner in Potsdam.

Plattner, der in Potsdam lebt, etablierte in der brandenburgischen Landeshauptstadt bereits das Hasso-Plattner-Institut als IT-Forschungseinrichtung. 2017 eröffnete er das Kunstmuseum Barberini mit einer großen Sammlung impressionistischer Werke, 2022 folgte das Kunsthaus Minsk.

Gelände in herausgehobener Lage inzwischen verfallen

Auf dem Brauhausberg tagte bis 2013 der brandenburgische Landtag. In der DDR beherbergte das weithin sichtbare Gebäude die SED-Bezirks- und Kreisleitung. Es bekam daher den Spitznamen „Kreml“. Seit vielen Jahren steht es leer. Vor Jahren hieß es, es soll für Wohnungen und Gewerbe umgebaut werden. 

Im August 2023 war in dem denkmalgeschützten Gebäude ein großes Feuer ausgebrochen. Dabei stürzte der Dachstuhl ein. Immer wieder kam es auch zu Beschädigungen auf dem Gelände wegen Vandalismus.

lou/dpa