Zwei Wochen lang loderten die Flammen bei Jüterbog im Kreis Teltow-Fläming im Juni 2023. Der Waldbrand betraf auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz eine Fläche von 700 Hektar, vergleichbar mit der Größe von mehr als 950 Fußballfeldern. Zurückgeblieben sind verkohlte Überreste von Kiefern und viel kahler Sandboden.

In diesem Jahr ist der große Waldbrand-Alarm bislang ausgeblieben. Reichlich Regen habe für Entspannung gesorgt, so der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase. „Wir werden vermutlich das waldbrandärmste Jahr seit zehn Jahren erleben.“ Bislang gab es ihm zufolge bis in den August hinein 116 Waldbrände in Brandenburg – die betroffene Fläche: 15,4 Hektar. Zum Vergleich: Vor allem die Saison 2022 war mit 521 Waldbränden und einer geschädigten Waldfläche von fast 1426 Hektar ein extremes Jahr.

Juli 2023 bis Juni 2024: So viele Niederschläge wie seit Messbeginn nicht

Auch wenn die von März bis September dauernde Saison dieses Mal möglicherweise glimpflich abläuft – Brandenburg mit seinen sandigen Böden und vielen Kiefern gehört zu den trockensten Gegenden Deutschlands. Zudem sind auch Eichen und Buchen nach Dürrejahren geschädigt. „Man ist auch weiterhin in Habachtstellung“, so Haase. Zwei Waldbrandzentralen überwachen Bandenburg mithilfe von mehr als 100 Sensoren. Außerdem könne bis zum Ende der Waldbrandsaison im September noch die große Hitze und vor allem Trockenheit kommen.

Nach dem Waldbrand bei Jüterbog 2023
Zurückblieb nach den Waldbränden im vergangenen Jahr eine Landschaft, geprägt von verkohlten Kiefernstämmen und viel sandigem Boden.© DPA Images

Laut Deutschen Wetterdienst fielen von Juli 2023 bis Juni 2024 so viele Niederschläge in Deutschland wie seit Messbeginn 1881 nicht. Doch die Regenfälle der vergangenen Monate können auch laut Umweltministerium nicht die letzten Dürrejahre wettmachen, was etwa den Grundwasserstand betrifft. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung weist einige Stellen im Süden und Nordosten Brandenburgs aus, wie in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Barnim, Uckermark und Märkisch-Oderland.

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Die Landesregierung kündigte an, den Schutz gegen Brände und Naturkatastrophen künftig auszubauen. Angesichts der Klimaveränderungen sei es wichtig, Niederschläge besser in der Landschaft zu halten – etwa durch Moorschutz und mit einer Starkregenvorsorge. Der Standort Wünsdorf soll sich zum Zentrum des Brand- und Katastrophenschutzes sowie als Waldbrandkompetenzzentrum entwickeln. Agrarminister Axel Vogel (Grüne) fordert weiter mehr Tempo beim Umbau der Wälder, um sie mit mehr Laubbäumen widerstandsfähiger gegen Brände und Klimaextreme zu machen. Zudem gilt der Ausbau eines Waldbrandschutzsystems als zentral, um Feuer besser stoppen zu können.

(dpa)