Auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe des Schlossparks Sanssouci in Potsdam ist es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen. Ein Wachmann wurde dabei tödlich verletzt. Der Täter floh, wurde aber noch am Donnerstag im Umfeld des Bahnhofs Zoologischer Garten festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Potsdam mitteilte. Er soll nun von Ermittlern der Mordkommission vernommen werden. Weitere Einzelheiten sollen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mitgeteilt werden. Laut „Bild“-Zeitung handelt es sich bei dem Verdächtigen um eine Transfrau, das 33 Jahre alte Opfer soll ein gebürtiger Syrer sein.

Auf dem Gelände einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in der Geschwister-Scholl-Straße war es nach bisherigen Erkenntnissen um kurz nach 4.00 Uhr morgens zu der Gewalttat gekommen. Der Mitarbeiter des Wachschutzes wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und starb dort am Morgen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes.

Potsdam: Polizei sucht nach Spuren und Hinweisen

Ein Aufgebot der Polizei ist im benachbarten Park Sanssouci im Einsatz.
Ein Aufgebot der Polizei ist im benachbarten Park Sanssouci im Einsatz.© dpa | Christian Pörschmann

Die Polizei startete eine umfangreiche Suchaktion nach dem Verdächtigen. Sie waren auch im benachbarten Park Sanssouci im Einsatz. Beamte waren unter anderem zu sehen, als sie einen Garten durchkämmten und hinter Bäume und Büsche schauten. Es war auch ein Spürhund unterwegs. Andere Beamten in weißen Schutzanzügen kamen hinter rot-weißen Absperrbändern zum Einsatz.

Das ehemalige Schloßgarten Hotel wird inzwischen als Flüchtlingsunterkunft genutzt.
Das ehemalige Schloßgarten Hotel wird inzwischen als Flüchtlingsunterkunft genutzt.© dpa | Paul Zinken

OB zu Gewalttat in Flüchtlingsquartier: Trauriger Tag für die Stadt

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) reagierte mit Bestürzung auf die Gewalttat. „Heute ist ein trauriger Tag für unsere Stadt. Ein Mensch, der im Auftrag unserer Stadt Schutzsuchende beschützt hat, ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden“, sage Schubert laut einer Mitteilung.

Eine Notfall-Seesorge kümmere sich um die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft und um die Kollegen des getöteten Wachmanns, teilte die Stadt mit. Sie hat das Gebäude in einem westlichen Stadtteil seit 2022 für die Unterbringung von Geflüchteten gemietet. In dem ehemaligen Hotel seien derzeit 30 Menschen in 17 Zimmern untergebracht, überwiegend Familien, hieß es. Es handele sich um eine Notunterkunft, die die Stadt betreibe.

In dem Gebäude im Westen der Landeshauptstadt wurde früher ein Hotel mit dem Namen „Schlossgarten“ betrieben. Erst Ende Februar war es in der Gemeinschaftsunterkunft in Potsdam-West zu einem Brand gekommen. Damals wurde das Gebäude laut Polizei evakuiert. (dpa)

jst/dpa