Klempowsee

Totes Mädchen im See - Aufsichtspflicht nicht verletzt

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Der Klempowsee in Wusterhausen/Dosse (Brandenburg).

Der Klempowsee in Wusterhausen/Dosse (Brandenburg).

Foto: picture alliance / Soeren Stache/dpa/ZB

Das vierjährige Mädchen starb bei einer Familienfeier am Klempowsee in Brandenburg. Die Großeltern hatten die Aufsichtspflicht.

Wusterhausen/Dosse. Nach dem Tod eines kleinen Mädchens im Klempowsee in Brandenburg müssen die Aufsichtspersonen nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Staatsanwaltschaft sehe keinen Anfangsverdacht für eine Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Großeltern des Mädchens, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Nord, Joachim Lemmel, am Donnerstag auf Anfrage. Das vierjährige Mädchen war bei einer Familienfeier am Klempowsee ertrunken.

Nach Angaben des Polizeisprechers hatten zum Zeitpunkt des Unglücks am Dienstagabend die Eltern des Mädchens die Familienfeier in einem Seerestaurant bereits verlassen. Daher hätten die Großeltern die Aufsichtspflicht gehabt. Diese seien mit Aufräumen beschäftigt gewesen, als das Mädchen vermisst wurde. Die Polizei wurde um 18.40 Uhr alarmiert. Sofort begann eine großangelegte Suchaktion von Polizisten und der Feuerwehr.

Totes Mädchen im Klempowsee: Ausführliche Zeugenbefragung

Nach dem Tod des Mädchens hatte die Kriminalpolizei ermittelt. Geklärt werden müsse, wie es zu dem Unglück am Dienstagabend am Klempowsee 70 Kilometer nordwestlich von Berlin kommen konnte, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. „Wir gehen von einem tragischen Unglücksfall aus.“ Es müsse aber wie immer in solchen Fällen geprüft werden, „was genau passiert ist und wie es passiert ist“. Die Leiche des Kindes sollte obduziert werden.

Es gehe auch um die Frage, ob Sicherungspflichten verletzt worden seien, sagte der Sprecher. Auch die Möglichkeit der Vernachlässigung der Aufsichtspflicht könne eine Rolle spielen. Schon am Abend des Unglücks hatte die Polizei erste Zeugen und auch tief getroffene Familienangehörige befragt.

Mädchen ertrinkt im Klempowsee bei Wusterhausen: Großangelegte Suchaktion ohne Erfolg

Die Familie hatte am Dienstagabend nahe der Südspitze des langgezogenen Sees bei Wusterhausen (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) gefeiert. Dort gibt es einen Campingplatz und ein Restaurant. Gegen 18.30 Uhr wurde das kleine Mädchen vermisst, wie ein Polizeisprecher berichtete. Um 18.40 Uhr ging der Alarmruf bei der Polizei ein.

Sofort begann eine großangelegte Suchaktion von Polizisten und der Feuerwehr. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von vielen freiwilligen Helfern, wie der Sprecher sagte. Ein Hubschrauber überflog das Gebiet, mit Spürhunden wurden der Wald und die Ufer abgesucht, Feuerwehrleute waren mit Booten auf dem Wasser unterwegs. Nach etwa zwei Stunden wurde die Leiche des Kindes gefunden. Sie trieb im Wasser, nahe dem Ufer. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen.

Badeunfälle in Deutschland: Das größte Risiko besteht in Seen und Flüssen

Im vergangenen Jahr sind mindestens 299 Menschen in Deutschland bei Badeunfällen ertrunken. Das sind laut Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 79 Todesfälle weniger als im Vorjahr. Damit sind die Zahlen für das Jahr 2021 auf dem niedrigsten Stand seit 2000.

Mit 85 Prozent ereigneten sich die meisten tödlichen Badeunfälle in Binnengewässern. „Das größte Risiko zu ertrinken, besteht weiterhin in Seen und Flüssen“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. „Nur verhältnismäßig wenige Gewässer werden von Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern bewacht - und wenn, dann auch nur eingeschränkt.“

In Schwimmbädern starben bundesweit sieben Menschen und 26 Menschen beim Baden im Meer. Die Unfälle ereigneten sich meistens nach der Dienstzeit der DLRG-Rettungsschwimmer, hieß es. Einen klaren Unterschied gibt es zwischen den Geschlechtern: 241 Männer starben im Jahr 2021 bei einem Badeunfall, aber nur 58 Frauen.

( dpa/BM/epd )