Potsdam

US-Stararchitekt Libeskind plant Filmdosen-Turm

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Isabell Jürgens
So soll das Gebäudeensemble nach dem Entwurf von Daniel Libeskind an der Kreuzung Großbeerenstraße und August-Bebel-Straße aussehen.

So soll das Gebäudeensemble nach dem Entwurf von Daniel Libeskind an der Kreuzung Großbeerenstraße und August-Bebel-Straße aussehen.

Foto: Copyright Libeskind KW-Development

In der Babelsberger Medienstadt entsteht ein Büropark als neuer Eingang für den Filmpark. 5000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Potsdam.  Im September durften lediglich die Potsdamer Bauausschussmitglieder sehen, was für ein Gebäudekomplex nach den Plänen des US-Star-Architekten Daniel Libeskind an der Kreuzung Großbeerenstraße Ecke August-Bebel-Straße am Eingang zum Filmpark Babelsberg entstehen soll. Am Freitag präsentierte der eigens aus New York angereiste Architekt nun gemeinsam mit Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), Bauunternehmer Jan Kretzschmar und Friedhelm Schatz vom Filmpark Babelsberg den Entwurf der Öffentlichkeit.

Geplant ist demnach auf der Brache neben dem „Action-Vulkan“ des Filmparks und schräg gegenüber vom Bahnhof Potsdam-Medienstadt Babelsberg ein Ensemble aus fünf Gebäuden. Im Mittelpunkt steht ein 62 Meter hoher, runder Büroturm, dessen Gestalt an gestapelte Filmdosen angelehnt ist. Auch die vier niedrigeren, bogenförmigen Gebäude mit Höhen von 44 und 22 Metern nehmen das Thema Film auf. „Die Gestaltung der fünf Gebäude ist inspiriert von Formen, die mit dem Filmemachen verbunden sind: gestapelte 70-Millimeter-Filmrollen, Kamerablenden und Objektive“, erklärte Daniel Libeskind die Gestaltungsidee.

300 Millionen Euro sollen investiert werden

Die niedrigeren, breiteren Gebäude sollen an der Straßenfront errichtet werden, während der höhere Turm von der Straße zurückgesetzt ist. Bereits im September hatte der Potsdamer Bauausschuss den Libeskind-Entwurf als Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren an die Stadtverordneten empfohlen. Am 2. Dezember werden die Stadtverordneten dazu beraten. „Potsdam braucht auch moderne Architektur. Der Entwurf ist ein Leuchtturm-Projekt moderner Architektur, der an dieser Stelle sehr gut passt“, begrüßte Potsdams Oberbürgermeister Schubert das Vorhaben.

Die nächsten Schritte seien jetzt zunächst das vereinbarte Werkstattverfahren zur weiteren Planung des 94.000 Quadratmeter großen Areals, denn der derzeitige Bebauungsplan gebe die geplante Höhe nicht her. Der Baustart könnte dann frühestens in zwei Jahren erfolgen, die Bauzeit für den gesamten Komplex soll sechs Jahre betragen. „Mit dem neuen Büroensemble schaffen wir nicht nur weitere benötigte Büroflächen für die Medienstadt, sondern machen Babelsberg durch diesen Eyecatcher von internationaler Strahlkraft noch attraktiver“, so Bauherr Jan Kretzschmar. Rund 5000 Arbeitsplätze sollen am Standort entstehen, die künftigen Mieter vor allem aus der Medienbranche kommen. „Deshalb sind neben Büros auch Räume für Postproduktion, Ton und Gaming geplant, denn der Bedarf ist da“, so Kretzschmar weiter. Aber auch öffentliche Nutzungen, wie etwa Restaurants und Proberäume für Musikgruppen, seien angedacht. Kretzschmar hatte das Grundstück 2020 vom Filmpark erworben. Rund 300 Millionen Euro sollen nach Angaben der KW-Development in das Libeskind-Projekt investiert werden.