Oberlinhaus

Heimbewohner in Potsdam getötet: Was wir bisher wissen

| Lesedauer: 3 Minuten
Bluttat von Potsdam: Tatverdächtige in Psychiatrie eingewiesen

Bluttat von Potsdam: Tatverdächtige in Psychiatrie eingewiesen

Nach dem vierfachen Tötungsdelikt in einer Behinderteneinrichtung in Potsdam ist die 51-jährige Verdächtige in eine Psychiatrie eingewiesen worden.

Beschreibung anzeigen

Vier Menschen wurden tot in einem Wohnheim in Potsdam gefunden. Die Polizei war im Großeinsatz. Was wir bisher zu dem Fall wissen.

Potsdam. In Krankenzimmern einer Station des Oberlinhauses an der Rudolf-Breitscheid-Straße in Potsdam-Babelsberg sind am Mittwoch vier Menschen getötet worden. Eine Frau wurde schwer verletzt. Eine 51 Jahre alte Mitarbeiterin der Einrichtung des Oberlinhause wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Wir erklären, was wir bisher über den Fall wissen. Über die aktuellen Entwicklungen berichten wir hier.

Vier Tote in Potsdamer Oberlinhaus: Was wir bisher wissen

  • Was ist passiert? Am Mittwochabend, 28. April 2021, sind vier Tote in Krankenzimmern des Oberlinhauses an der Rudolf-Breitscheid-Straße im Potsdamer Stadtteil Babelsberg entdeckt worden, außerdem eine weitere schwer verletzte Frau. Auch sie ist eine Bewohnerin des Heimes für behinderte Menschen, sagte die Sprecherin des diakonischen Anbieters Oberlinhaus, Andrea Benke. Zu der Gewalttat kam es im Thusnelda-von-Saldern-Haus, das zu dem Gebäudekomplex gehört.
  • Gibt es einen Verdächtigen oder eine Verdächtige? Ja, die Polizei hat eine 51 Jahre alte Mitarbeiterin am Abend festgenommen, die unter dringendem Tatverdacht steht. Die Statasanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt. Das Amtsgericht wies die Frau in die Psychiatrie ein. Inzwischen wird ihre Schuldfähigkeit geprüft.
  • Was ist der Hintergrund der Tat? Bisher ist unklar, was hinter dem Verbrechen steckt. Zum möglichen Motiv lägen noch keine Informationen vor, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft Potsdam ermitteln zum Verdacht eines vorsätzlichen Tötungsdelikts. Der Vorwurf lautet bisher Totschlag, kann aber auf Mord erweitert werden.
  • Was ist über die Toten bekannt? Was genau den Menschen zugestoßen ist, noch unklar. Die Leichen sollen massive Schnittverletzungen am Hals aufweisen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Bei allen soll es sich um langjährige Bewohner des Heims handeln, zwei von ihnen lebten bereits als Kind dort.
  • Was für eine Einrichtung ist das Thusnelda-von-Saldern-Haus? Das Thusnelda-von-Saldern-Haus ist Teil der Oberlin Lebenswelten in Potsdam, in denen Menschen mit schweren Behinderungen wohnen oder in anderer Weise unterstützt werden. In dem Wohnheim mit 65 Betten leben Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung oder Hirnschädigungen nach Krankheiten und Unfällen. Sie werden nach Angaben des Oberlinhauses von 80 Mitarbeitern versorgt. Es gebe drei Leistungsbereiche, erklärte Tina Mäueler, Bereichsleiterin Wohnen der Oberlin Lebenswelten: In einem Wohnbereich könnten Menschen mit schweren Köperbehinderungen eine Heimat finden. Daneben gebe es einen Bereich für „Übergangswohnen“, in dem Menschen mit körperlichen Behinderungen oder neurologischen Schädigungen nach Unfällen oder Krankheiten drei Jahre lang an einer Rehabilitation teilnehmen. Deren Ziel sei, wieder ein weitgehend selbstständiges Leben führen zu können. In der „Wohnpflege“ würden Menschen nach Unfällen oder schweren Erkrankungen wie etwa Hirnblutungen versorgt. Zu der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus im Stadtteil Babelsberg gehören neben der Behindertenarbeit eine Schule und eine orthopädische Fachklinik.

Lesen Sie auch: Wenn Pfleger töten: Die grausame Mordserie des Niels Högel

Kriminalität 2020 in Berlin - die Statistik im Detail

( BM )