Umwelt

Wölfe haben in Brandenburg weniger Nutztiere gerissen

In Brandenburg ist das Zusammenleben von Wolf und Mensch nicht immer problemfrei. Doch die Zahl der Risse hat sich deutlich verringert.

Ein Wolf steht in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide.

Ein Wolf steht in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide.

Foto: dpa

Potsdam. Die Zahl der Wolfrisse von Nutztieren ist in Brandenburg zurückgegangen. Von Januar bis Ende September 2019 wurden nach Angaben des Agrarministeriums 291 Schafe oder Rinder getötet. 2018 seien es noch rund 400 Tiere gewesen, hieß es.

"Das macht mich richtig stolz", sagte Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg. Das sei ein Erfolg der konsequenten Herdenschutzmaßnahmen seiner Berufskollegen. In den vergangenen zwei Jahren habe kein Wolf diesen Schutz überwunden und getötet werden müssen. "Die Förderung von Präventionsmaßnahmen durch das Land hat sich gelohnt", sagte er.

Ende April, zum Abschluss des Monitoringjahres 2018/2019, konnten nach Angaben des Umweltministeriums im Land 49 Wolfsterritorien mit 41 Rudeln und acht Paaren nachgewiesen werden. In vier weiteren sei noch unklar, ob dort ein Einzelgänger, ein Paar oder ein Rudel lebe. Brandenburg hat nach den neuesten Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) damit Sachsen von Platz eins als Land mit den meisten Wölfen abgelöst.

Brandenburgische Wolfsverordnung wird geprüft

"Die vom Bundestag beschlossenen neuen Regelungen stützen unsere Wolfsverordnung", sagte Ministeriumssprecherin Frauke Zelt. Es sei weiterhin eine Einzelfallentscheidung, ob Wölfe geschossen würden. "Prävention steht weiter an erster Stelle", sagte sie. Tötungen der unter Schutz stehenden Wölfe könne es nur geben, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft seien. Es bleibe dabei: Der Wolf dürfe nicht gejagt werden. Es werde geprüft, ob die Brandenburgische Wolfsverordnung angepasst werden müsse.

2019 wurden nach den Angaben fast eine Million Euro für Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben. Im Jahr zuvor waren es 800 000 Euro Förderung für Präventionsmaßnahmen. Es werde davon ausgegangen, dass es auch 2020 weiteren Bedarf bei Weidetierhaltern gebe. Besonders im Norden Brandenburgs, wo flächendeckend noch keine Wölfe siedeln, haben noch nicht alle Tierhalter geeignete Herdenschutzmaßnehmen.

Anschaffung von Herdenschutzhunden wird finanziell gefördert

Meist geht es um technischen Herdenschutz, vor allem um den Kauf von Elektrozäunen. Auch die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden wird finanziell unterstützt. Die Europäische Kommission hat Anfang 2019 die Förderung von Investitionen in den Herdenschutz von 80 auf 100 Prozent aufgestockt.

Schäfer Kucznik betonte, dass auch künftig die Unterhaltung der Zäune und der Hunde - für Futter, Arzt und Betreuung fallen im Jahr allein rund 5000 Euro an - gefördert werden müssten. "Dazu setzen die Schäfer auch noch viel Arbeitszeit ein, um die Wölfe von den Herden fern zu halten", sagte er.