Weltkriegsbombe

Weltkriegsbombe in Potsdam erfolgreich entschärft

In Potsdams Innenstadt war am Dienstagmorgen wegen einer Bombenentschärfung gesperrt. Mittlerweile ist der Zünder gesprengt.

In Potsdam ist am Dienstagvormittag eine Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Demnach hat Sprengmeister Mike Schwitzke den Zünder erfolgreich gesprengt. Mittlerweile sind die Sperrungen erfolgreich aufgehoben, teilte die Bundespolizei bei Twitter mit. Auch die S-Bahn-Züge der Linie S7 fahren wieder bis zum Potsdamer Hauptbahnhof, hieß es von der S-Bahn.

Zuvor hatte die Entschärfung der Weltkriegsbombe Potsdams Zentrum am Dienstag in den Ausnahmezustand versetzt. Die 250 Kilogramm schwere britische Fliegerbombe wurde vergangenen Dienstag im Nuthepark gefunden. Für Teile der Innenstadt galt daher seit Dienstagmorgen ein Sperrkreis.

Gegen 10:30 Uhr hatte Sprengmeister Mike Schwitzke mit der Bombenentschärfung begonnen, gab die Stadtverwaltung Potsdam bei Twitter bekannt. Zuvor wurde der Hauptbahnhof abgeriegelt und die Räumung abgeschlossen. Der Zugverkehr in Potsdam steht seit Dienstagmorgen still. Die Innenstadt ist wie ausgestorben, Wohnungen und Geschäfte müssen nun geräumt sein. Am Morgen haben Mitarbeiter des Ordnungsamts noch die letzten Personen aus dem Sperrkreis hinaus gebracht.

Das müssen Anwohner und alle, die in der Brandenburgischen Landeshauptstadt arbeiten, am Dienstag beachten:

Wo verläuft der Sperrkreis während der Bombenentschärfung?

Der Sperrkreis um den Fundort beträgt etwa 800 Meter und umfasst die gesamte südliche Innenstadt und die Gegend um den Alten Markt. Die nördliche Grenze bilden die Straße Am Kanal und die Humboldtbrücke. Von dort aus verläuft der Sperrkreis entlang der Lotte-Pulewka-Straße und Friedrich-Engels-Straße. Im Süden reicht der Sperrkreis bis zu den Straßen Friedhofsgasse, der Heinrich-Mann-Allee, Am Brauhausberg, dem Finkenweg, Leipziger Straße und geht dann quer über die Havel bis zum Lustgarten und der Friedrich-Ebert-Straße.

Ihre Wohnung verlassen müssen rund 10.000 Anwohner. Darunter auch die Bewohner dreier Pflegeheime. Drei im Sperrkreis befindliche Schulen und sechs Kitas bleiben für die Zeit der Sperrung geschlossen. Gleiches gilt für den Landtag, das Filmmuseum und das Potsdam-Museum.

Ab wann gilt der Sperrkreis?

Der Bannkreis ist ab Dienstagmorgens um 7.30 Uhr geschlossen. Die Stadtverwaltung fordert alle Anwohner auf, ihre Wohnungen bis dahin zu verlassen und sich aus dem Sperrkreis zu entfernen. Unter guten Bedingungen könne der Sperrkreis "am frühen Nachmittag" aufgehoben werden, sagte Stadtverwaltungssprecher Jan Brunzlow. Einen genauen Zeitpunkt wollte er aufgrund der Unwägbarkeiten bei der Entschärfung jedoch nicht nennen.

Gibt es Hilfe, wenn man die Wohnung nicht alleine verlassen kann?

Wer sich nicht selbstständig aus dem Sperrkreis begeben kann, soll sich frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216 melden, um einen Transport für den Morgen zu bestellen, teilt die Stadt mit.

Was passiert, wenn man sich nicht an die Aufforderung der Stadt hält?

Die Stadt Potsdam weist daraufhin, Verstöße gegen die Anweisung strikt zu ahnden. „Leider ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen und Verzögerungen durch Passanten gekommen“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die Landeshauptstadt habe sich daher entschieden, „jede Störung bei der Evakuierung und Entschärfung am kommenden Dienstag in der Innenstadt zur Anzeige zu bringen beziehungsweise selbst Bußgeldverfahren einzuleiten“.

Wer vorsätzlich oder fahrlässig als Gefahrenbereich gekennzeichnete Stellen betrete, könne ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro erhalten.

Wo kann man sich während der Entschärfung aufhalten?

Die Stadt stellt für die Zeit der Evakuierung drei Aufenthaltsorte bereit. Betroffene können sich an folgenden Stätten aufhalten:

  • „Freiland Potsdam“ in der Friedrich-Engels-Straße 22
  • der „Treffpunkt Freizeit“ in der Straße Am Neuen Garten 64
  • das „Bürgerhaus am Schlaatz“, Schilfhof 28, zur Verfügung

Wie kommt man zu den Aufenthaltsorten?

Die Stadt Potsdam setzt Busse ein, die aus dem Evakuierungsgebiet zu den Aufenthaltsorten pendeln, teilt die Stadtverwaltung mit. Vom Parkplatz an der Kreuzung Am Kanal Ecke Burgstraße fährt ein Bus zum „Treffpunkt Freizeit“. Ab der Haltestelle Humboldtring verkehrt der Shuttlebus zum „Bürgerhaus am Schlaatz“ und ab der Friedrich-Engels-Straße Höhe Pflegequartier pendelt der Bus zum „Freiland“.

Was passiert mit dem Bahnverkehr während der Entschärfung?

Ab 7:30 Uhr bis zum Beginn der Entschärfung gegen 9:30 Uhr fahren die Regionalbahnen ohne Halt am Hauptbahnhof durch den Sperrkreis, sagte ein Bahnsprecher. Danach werde der gesamte Bahnverkehr zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Bahnhof Charlottenhof unterbrochen. S-Bahnen von und nach Berlin enden und starten am S-Bahnhof Babelsberg. Der letzte am Hauptbahnhof Potsdam haltende S-Bahn-Zug startet um 6:10 Uhr in Ahrensfelde. Der Regionalverkehr zwischen Werder/Havel und Berlin wird während der Entschärfung zwischen den Bahnhöfen Griebnitzsee und Park Sanssouci eingestellt und über Golm umgeleitet. Die Abweicheichungen gelten voraussichtlich bis 14 Uhr teilte ein Bahnsprecher mit.

Betroffen sind auch der Straßenbahn- sowie der Busverkehr. Zunächst fahren die Straßenbahnen ab 7:30 Uhr ohne Halt an den Stationen Hauptbahnhof, Alter Markt und Lange Brücke durch die Bannmeile. Ab dem Zeitpunkt der Entschärfung wird der Verkehr zwischen den Haltestellen Am Friedhof und Platz der Einheit unterbrochen.

Was bedeutet die Entschärfung für den Autoverkehr?

Die Stadt Potsdam bittet Autofahrer, das Sperrgebiet weiträumig zu umfahren. In der Innenstadt sind die Breite Straße sowie die Friedrich-Ebert-Straße ab Yorckstraße bis zum Sperrkreis nur für Anlieger befahrbar. Die Nuthestraße und die Humboldbrücke bleiben offen. Wer mit dem Wagen quer durch die Stadt muss, wählt diesen Weg und fährt danach über die Berliner Straße, die Straße Am Kanal, die Yorckstraße und die Breite Straße.