Brandenburg

Große Pläne für den Freizeitpark Tropical Islands

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Jens Anker

Mehr Betten, mehr Angebote: Das Unternehmen will massiv expandieren – mit neuem Chef an der Spitze.

Krausnick.  Der Freizeitpark Tropical Islands bei Halbe (Landkreis Dahme-Spreewald) hat einen neuen Chef. Am Donnerstag präsentierte der scheidende Geschäftsführer Jan Janssen seinen Nachfolger: Es ist sein niederländischer Landsmann Michiel Illy, der bereits seit September im Unternehmen arbeitet. Illy hat wie sein Vorgänger bereits Erfahrung in der Planung und Leitung von Freizeitparks, zuletzt lebte er sechs Jahre in China, wo er einen Freizeitpark nach europäischem Vorbild aufbaute. Illy ist 51 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Potsdam. „Ich freue mich auf die Herausforderungen, die das Tropical Islands mit sich bringt“, sagte Illy am Donnerstag. „Es ist ganz wichtig, dass wir das Resort weiterentwickeln, denn die Konkurrenz in Europa schläft nicht“, so der Niederländer.

Janssen hinterlässt seinem Nachfolger ein bestelltes Feld. In den vergangenen drei Jahren schrieb das Tropical Islands nach Jahren der Krise wieder schwarze Zahlen. Das Geschäft boomt, im vergangenen Jahr besuchten 1,1 Millionen Gäste das riesige Gelände südlich Berlins.

Auf den neuen Chef wartet dennoch eine Menge Arbeit, denn die malaysischen Investoren haben für das 640 Hektar große Areal – „so groß wie Berlin-Mitte“, wie Janssen gerne sagt – ehrgeizige Pläne. Insgesamt soll die Übernachtungskapazität in der Erlebniswelt von derzeit 2000 auf 9000 Betten ausgebaut werden. In Planung sind der Bau zweier Hotels im Norden des Geländes, ein Ferienpark mit 1000 Ferienwohnungen und der Bau von großen Holzhäusern. Die ersten 130 davon werden in diesem Jahr errichtet. „Die erste Stufe des Raumordnungsverfahrens ist abgeschlossen, sodass die Basis vorhanden ist, die Bettenzahl auf bis zu 9000 aufzustocken“, sagte Illy.

Auch das Freizeitangebot soll massiv aufgestockt werden

Aber auch das Freizeitangebot soll massiv ausgebaut werden, unter anderem mit einem Kletterpark, einem Streichelzoo, einem Wasserspielplatz, einer Bogenschießanlage, einer Sporthalle, einem Fußballplatz und Beachvolleyballplätzen.

Für die zentrale Halle ist ebenfalls eine Auffrischung geplant. Es wird einen neuen Rutschenturm geben und eine neue Kinderspielwelt. „Schon in diesem Jahr wird eine Wellenanlage eingerichtet“, kündigte der neue Geschäftsführer an. Der ehemalige Flugzeughangar ist 360 Meter lang, 210 Meter breit und 107 Meter hoch. Die Freiheitsstatue könnte darin stehen, der Eiffelturm darin liegen. Insgesamt sollen 200 bis 400 Millionen Euro investiert werden, je nach dem, was genau von den Behörden genehmigt wird und welche Auflagen es für die Anlagen gibt.

Schon jetzt tagt regelmäßig eine Arbeitsgruppe, die zusammen mit Naturschutzverbänden Flächen festlegt, die unberührt bleiben sollen, es sollen neue Wege entworfen werden, damit die Touristen nicht alle in einem Ort landen, bestimmte Routen in besonders empfindliche Naturschutzgebiete werden aus den Karten genommen, damit die Flora und Fauna nicht von Heerscharen an Besuchern zerstört oder vertrieben werden. Die große Heidefläche in der Mitte des Geländes bleibt in jedem Fall frei.

Der Freizeitpark will in die erste Liga aufsteigen

Im vergangenen Jahr liefen die Planungen, alle Baugenehmigungen sollen in diesem Jahr vorliegen. In fünf bis acht Jahren soll der Ausbau der Anlage abgeschlossen sein. Tropical Islands will dann in einer Liga mit dem Europapark in Rust oder Disneyland bei Paris spielen und zu den fünf größten Freizeitparks in Europa zählen. Die Mitarbeiterzahl soll sich von rund 700 auf 1400 verdoppeln. Um geeignetes Personal zu finden, hat das Unternehmen Ende vergangenen Jahres eine eigene Online-Stellenbörse eingerichtet.

Der bisherige Chef Janssen wurde am Donnerstag verabschiedet. Er war im November 2013 ins Tropical Islands gekommen und hat es innerhalb kürzester Zeit in die Gewinnzone geführt. Die 2000 Gästebetten sind im Durchschnitt zu 85 Prozent ausgelastet.