Michael Sobotta ist Meister der Wiederbelebung. Die historischen Bilder seiner Sammlung zeigen Städte nicht in starrem Schwarz und Weiß, nicht museal und altmodisch, sondern bunt, vital und derart voller Details, dass manche Aufnahme Geschichten erzählt wie ein ganzer Spielfilm. Aus Dachböden, Flohmärkten, Archiven und Internetbörsen trägt der Steglitzer, Jahrgang 1949, Dias von einst zusammen, und die sind: in Farbe.

Nach zwei faszinierenden Bänden über das alte Berlin hat er jetzt mit Axel Urbanke „Potsdam – Stadt und Gärten in alten Farbdias der 30er- und 40er-Jahre“ veröffentlicht (Luftfahrtverlag Start, 128 S., 34,50 Euro). Er zeigt Spaziergänger in Hut und mit breitem Revers unter rosa Kirschblüten im Park von Sanssouci, Pferdewagen am Alten Markt und Rudernde auf der Alten Fahrt, lange bevor dort das Museum Barberini öffnete und man am Ufer entlangspazieren konnte. Immer sehen die Bilder aus, als seien sie gestern geschossen.
Dia-Jäger Sobotta hatte schon vor der Wende aus Interesse an Architektur und Historie Potsdam besucht. „Dort hinzufahren ist für einen Berliner immer wie ein kleiner Urlaub“, sagt er. Wer nun durch sein Buch blättert, geht unweigerlich auf Zeitreise. Ganz nebenbei bezeugt es, wie klug und behutsam Potsdamer Baudenkmäler in den vergangenen Jahren restauriert wurden.

Auf den ersten Blick ist zwischen gestern und heute oft kein Unterschied zu sehen.


