Was wir wissen

Der Fundort: Um 14.30 Uhr wurde in Potsdam ein sprengstoffverdächtiger Gegenstand gefunden. Er wurde in der Dortustraße entdeckt, die an den Potsdamer Weihnachtsmarkt angrenzt. Das Paket war gegen 14 Uhr in einer Apotheke abgegeben worden. Im Inneren sollen sich unter anderem Kabel befunden haben. Der Apotheker brachte das Päckchen aus der Apotheke und informierte die Polizei. Die Polizei stufte den Gegenstand als verdächtig ein. Die später hinzugezogene Bundespolizei stufte den Gegenstand als gefährlich ein, bestätigte ein Sprecher der Brandenburger Polizei.

Polizeieinsatz: Um 16 Uhr hat die Brandenburger Polizei auf ihrem Twitterkanal bestätigt, dass in der Potsdamer Innenstadt ein Einsatz laufe. Rund um die Apotheke wurde ein Sperrkreis von etwa 100 Metern eingerichtet. Da sich die Apotheke inmitten des Weihnachtsmarktes in der Potsdamer Innenstadt befindet, wurden auch weite Teile des Weihnachtsmarktes evakuiert. Die Polizei rief über Twitter dazu auf, den Lautsprecheransagen Folge zu leisten. Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei, die für Terrorlagen ausgebildet sind, waren nicht am Einsatzort.

Entschärfung: Um 17.30 Uhr haben Sprengstoffexperten das Paket kontrolliert gesprengt. Offiziell wird bei dem Gegenstand von einer „USBV“ gesprochen. Das bedeutet „unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung“.

Spreng- oder Brandsatz in Potsdam entdeckt

Am Freitagnachmittag ist in der Potsdamer Innenstadt ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den Fundort ab.
Am Freitagnachmittag ist in der Potsdamer Innenstadt ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den Fundort ab.© dpa | Julian Stähle
Spezialisten der Bundespolizei untersuchten das Paket und bestätigten, dass es sich um eine unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung handeln soll. Auch Teile des Weihnachtsmarktes mussten evakuiert werden.
Spezialisten der Bundespolizei untersuchten das Paket und bestätigten, dass es sich um eine unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung handeln soll. Auch Teile des Weihnachtsmarktes mussten evakuiert werden.© dpa | Julian Stähle
Die Polizei am evakuierten Gebiet.
Die Polizei am evakuierten Gebiet.© REUTERS | STAFF
Zahlreiche Kräfte der Polizei waren im Einsatz. Am Abend wurde gemeldet, das der verdächtige Gegenstand entschärft worden sei.
Zahlreiche Kräfte der Polizei waren im Einsatz. Am Abend wurde gemeldet, das der verdächtige Gegenstand entschärft worden sei.© dpa | Christian Pörschmann
Es handelte sich um ein Paket mit Nägeln, Pulver und Batterien, das an eine Apotheke geliefert worden war.
Es handelte sich um ein Paket mit Nägeln, Pulver und Batterien, das an eine Apotheke geliefert worden war.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Unklar war, ob es sich wirklich um Sprengstoff handelte.
Unklar war, ob es sich wirklich um Sprengstoff handelte.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) informierte am Abend die Öffentlichkeit über die Lage.
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) informierte am Abend die Öffentlichkeit über die Lage.© dpa | Sabrina Hentschel
Einsatzwagen der Polizei an dem abgesperrten Gebiet.
Einsatzwagen der Polizei an dem abgesperrten Gebiet.© Getty Images | Sean Gallup

Inhalt des Pakets: Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bestätigte, dass sich in dem Paket Nägel befinden – das ergab eine Röntgenuntersuchung durch die Polizei. Die Polizei sprach von „etlichen hundert Gramm Nägeln“ sowie Drähten, Pulver und Batterien. Die Nägel haben sich in einem Metallgefäß befunden, ähnlich einer Konservendose. Außerdem sei, so Schröter, ein sogenannter Polenböller in dem Paket gewesen. Es habe sich um einen "sehr gut imitierten Sprengkörper" gehandelt.

Ziel: Die Polizei geht eher nicht von einem geplanten Anschlag auf den Weihnachtsmarkt aus. „Nach bisherigen Erkenntnissen halten es unsere Ermittler eher für unwahrscheinlich, dass der Weihnachtsmarkt Ziel war“, erklärte die Polize. Einzelheiten könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden, sagte ein Sprecher. Es werde aber weiter in alle Richtungen ermittelt.

Gefährlichkeit: Der Minister betonte, dass von dem Fund Gefahr ausgegangen wäre, wenn der Sprengkörper zündfähig gewesen wäre. Von einem sogenannten Polenböller gehe in einem fest verschlossenen Behältnis eine erhebliche Sprengkraft aus.

Hinweise: Gab es offenbar nicht. Laut Schröter sei der Vorfall komplett überraschend. Es habe im Vorfeld keine Hinweise gegeben. Es werde nun bundesweit nacht möglichen Parallelen gesucht, so der Innenminister.

Potsdamer Weihnachtsmarkt: Der traditionelle Weihnachtsmarkt "Blauer Lichterglanz" findet alljährlich in der Potsdamer Innenstadt statt. Er erstreckt sich entlang der Brandenburger Straße bis zum Luisenplatz. Er ist nahe des Schlossparks Sanssouci gelegen. Die Apotheke, in der der verdächtige Gegenstand abgegeben wurde, liegt direkt an der Brandenburger Straße. Der Weihnachtsmarkt soll am Sonnabend wieder öffnen. Die Polizei kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen nochmals zu verstärken. So sollen nun Beamte der Bereitschaftspolizei zusätzlich auf Streife gehen.

Was wir nicht wissen

Hintergrund: Es ist nicht klar, welchen Hintergrund die Tat hat. Dazu laufen die polizeilichen Ermittlungen. Die Polizei teilte mit, dass man sich an Spekulationen nicht beteilige.

Ziel: Nach wie vor ist unklar, ob das Paket dem Weihnachtsmarkt oder der Apotheke gegolten hat. „Beide Vermutungen bleiben offen", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

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