Messe-Schilder

Streit um "Spaghettimonster"-Kirche geht in nächste Runde

Die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ kämpft weiter dafür, Schilder mit Hinweisen auf die „Nudelmesse“ aufstellen zu dürfen.

Ein Hinweisschild auf die „Nudelmesse“ der „Kirche der fliegenden Spaghettimonster“ in Templin. Die Gemeinschaft kämpft weiter um ihre Schilder

Ein Hinweisschild auf die „Nudelmesse“ der „Kirche der fliegenden Spaghettimonster“ in Templin. Die Gemeinschaft kämpft weiter um ihre Schilder

Foto: Patrick Pleul / dpa

Neue Volte im Streit um die Schilder der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“. Weil die Gemeinschaft gern - wie die anderen Kirchen - im Ort Templin Hinweisschilder auf ihre Messe aufstellen will, hat deren Vorsitzender Rüdiger Weida Strafanzeige und einen Strafantrag gestellt. Und er geht gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) in Berufung, wie der Sender „RBB“ berichtet.

Das hatte im April nämlich entschieden, es sei in Ordnung, dass der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen das Aufstellen der Schilder verbiete. Auf den Schildern wurde die „Nudelmesse“ angekündigt - samt Angabe, wann diese in Templin stattfinde. Es handelt sich also um genau solche Schilder, wie es sie für evangelische und katholische Gottesdienste auch gibt.

Weida sieht wegen des Verbots den Gleichheitsgrundsatz verletzt - er geht nun beim Brandenburgischen Oberlandesgericht in Berufung. Danach bliebe der Gemeinschaft noch der Gang vor den Bundesgerichtshof.

Die frühere Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) hatte Zweifel geäußert, ob es sich bei der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ tatsächlich um eine Glaubensgemeinschaft handelt. Kunst sprach vielmehr von einer „Religionsparodie ohne ernsthafte religiöse Substanz“. Laut Weida aber sehe man sich ohnehin als „Weltanschauungsgemeinschaft“ - und als solche habe man damals auch die Genehmigung zur Aufstellung der Schilder erhalten.

Den Prozess finanziert die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ über Spenden

Weidas Strafanzeige und Strafantrag richten sich laut „RBB“-Bericht gegen die Frau, die im Prozess die Gegenseite vertritt. Er bezichtigt die Mitarbeiterin des Landesbetriebs Straßenwesen des versuchten Prozessbetrugs. Vor Gericht hatte die Mitarbeiterin erklärt, es habe nie eine Genehmigung gegeben, dass die Spaghettimonster-Kirche Schilder in Templin aufstellen dürfe. Weida behauptet das Gegenteil. Die Prozesskosten bestreitet die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ übrigens über Spenden. Dank der großen Aufmerksamkeit, die der Streit erregt, kämen davon nun immer mehr.