Mutter des Jungen

"Als Elias starb, ist ein Großteil von mir gestorben"

Silvio S. sitzt wegen des Mordes an Mohamed und Elias im Gefängnis. Erstmals spricht Elias' Mutter über den Tod ihres Sohnes.

Gedenkfeier für den ermordeten Elias in Potsdam-Schlaatz

Gedenkfeier für den ermordeten Elias in Potsdam-Schlaatz

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Für die Morde an dem sechsjährigen Elias und dem vierjährigen Mohamed wurde Silvio S. am 26. Juli vom Landgericht Potsdam zu lebenslanger Haft ohne anschließende Sicherungsverwahrung verurteilt. Damals mit im Gerichtssaal: Anita S., die Mutter des ermordeten Elias.

Bislang hat die junge Frau, die Schreckliches durchmachen musste, geschwiegen. Dem Fernsehsender RTL gab sie nun ein Interview, in dem sie in bewegenden Worte über ihr Kind und ihre Gefühle spricht. „So unbeschwert wie vorher wird es niemals wieder sein. Als Elias gestorben ist, ist ein Großteil von mir gestorben“, sagt Anita S.

Elias verschwand am 8. Juli 2015 von einem Spielplatz vor dem Elternhaus seiner Eltern in Potsdam-Schlaatz. Am 1. Oktober entführte Silvio S. auch den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed vom Berliner Lageso. Der 33-Jährige Wachmann missbrauchte beiden Kinder sexuell, anschließend tötete er sie. Wenige Wochen später kamen die Ermittler Silvio S. auf die Spur, nahmen ihn im brandenburgischen Niedergörsdorf fest.

Im Interview erinnert sich Anita S. an den Moment, als sie traurige Gewissheit hatte, dass ihr Sohn tot ist. „Zu wissen, es ist definitiv, ich werde ihn niemals wieder sehen, ihn niemals mehr im Arm halten, das kann man nicht in Worte fassen, wie sich das anfühlt“, sagt Anita S.

Im Prozess schwieg Silvio S. Auch nach intensivem Nachfragen ging der 33-Jährige nicht auf Details zum Tod der Kinder ein. Anita S. lassen diese Fragen keine Ruhe. „Wie lange musste mein Sohn leiden, bis er dem Ganzen ein Ende gesetzt hat? Wie lange wurde er gequält? Hatte er Angst und hat sich gefragt, warum bin ich nicht da, um ihn zu beschützen?“, fragt sie.

Im Gespräch mit RTL wirkt Anita S. gefasst. Vom unendlichen Leid einer Mutter zeugen ihre abschließenden Worte. Sie wünsche sich, „dass ich in der Nacht nicht die Monster sehe, sondern das Licht, auf das ich zugehen soll, um irgendwann Hoffnung und Mut zu haben".