Potsdam

Potsdamer Immobilienmarkt weitgehend gesättigt

Kaufwillige sind nicht mehr länger bereit, die hohen Immobilienpreise in Potsdam zu bezahlen, sagt der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses. Sie weichen in den umliegenden Landkreis aus.

Potsdam. Seit Jahren klettern die Immobilienpreise in der brandenburgischen Landeshauptstadt nach oben. Derzeit müssen durchschnittlich 3663 Euro pro Quadratmeter für eine neue Eigentumswohnung bezahlt werden. Ein freistehendes Einfamilienhaus kostet rund 431.000 Euro. Der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Jürgen Kuse, sieht für Potsdam dennoch nicht die gefürchtete Immobilienblase kommen. „Ich rechne in Potsdam nur noch mit einem moderaten Anstieg der Preise für Bauland und Wohnungen“, sagte der Experte am Montag bei der Vorstellung des Brandenburger Grundstücksmarktberichts 2015. „Der Markt in der Landeshauptstadt ist weitgehend gesättigt.“

Die Landeshauptstadt erreicht die höchsten Preise

In der Potsdamer Innenstadt werden Spitzenpreise erzielt, wie beim Brockesschen Palais an der Yorckstraße. Auch beim Bauland erreichten in Potsdam Quadratmeterpreise die höchsten Werte im Land. Durchschnittlich 511 Euro waren zu zahlen, es gab aber auch Rekordwerte von bis zu 1345 Euro. „Ich gehe davon aus, dass die potenziellen Käufer nicht bereit sind, die zu hohen Preise zu bezahlen“, sagte Kuse. „Denn die Immobilienpreise steigen derzeit schneller als die Mieten.“ Die Interessenten weichen deshalb verstärkt ins Umland aus. Das könne bereits jetzt beobachtet werden. Die Nachfrage im Landkreis Potsdam-Mittelmark nehme zu. Die Konsequenz: Es wird in Kommunen wie Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow noch teurer. Auch im vergangenen Jahr zogen die Preise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in den Speckgürtelgemeinden um Berlin wieder an. Um sechs Prozent auf 1896 Euro je Quadratmeter. Auch in den berlinfernen Regionen wurde im Durchschnitt mehr bezahlt – 943 statt 889 Euro pro Quadratmeter im Jahr davor.

Nur in den kreisfreien Städten Cottbus, Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) gab es keinen Anstieg. Dort kostete der Quadratmeter im Schnitt 1184 Euro. Etwa 22 Prozent aller Baulandverkäufe im Vorjahr fielen auf Grundstücke für Eigenheime. Damit liege Brandenburg mit Abstand an der Spitze der Bundesländer. „Brandenburg ist ein Eigenheimland “, sagte Kuse.

Erstmals seit der Jahrtausendwende überschritt der Umsatz auf dem märkischen Immobilienmarkt die Fünf-Milliarden-Marke. Allein in Potsdam wurde 2015 fast eine Milliarde Euro der insgesamt 5,92 Milliarden Euro investiert. Der Umsatz nahm in Brandenburg 2015 um 21 Prozent zu. Es wurden 37.159 Kaufverträge abgeschlossen – sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings verringerte sich die verkaufte Fläche um 16 Prozent auf 44.200 Hektar.

Erhältlich ist der Grundstücksmarktbericht für 40 Euro beim Kundenservice der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg.

Bodenrichte sind zu finden unter www.boris-brandenburg.de