Brandenburg

Dorf ohne Licht: Kinder gehen mit Taschenlampe zur Schule

Seit November sind in Klein Kienitz alle Straßenlampen ausgeschaltet - weil sie unter Spannung stehen. Doch wer zahlt die Reparatur?

Alles dunkel: Nur der Scheinwerfer des Autos sorgt für Licht. So ähnlich sieht es derzeit auch in dem Brandenburger Dorf Klein Kienitz aus

Alles dunkel: Nur der Scheinwerfer des Autos sorgt für Licht. So ähnlich sieht es derzeit auch in dem Brandenburger Dorf Klein Kienitz aus

Foto: dpa/picture alliance

Mitten in der dunklen Jahreszeit bleiben im Rangsdorfer Ortsteil Klein Kienitz (Teltow-Fläming) die Straßenlampen aus. Wie RBB und Märkische Allgemeine berichten, ist eine Linde Schuld an der Misere. Ihre Wurzeln haben offenbar einen Wackelkontakt an einem unterirdischen Stromkabel verursacht.

Damit nicht genug: Die Straßenlampen standen unter Spannung, sagte Ortsvorsteher Hans-Jürgen Beyrow dem RBB, "Wenn jemand die Straßenlaterne angefasst hätte, der hätte einen Schlag gekriegt und wäre umgefallen."

Betroffen sind vor allem die Kinder. Sie gehen mit Taschenlampen und LED-Leuchten zur Bushaltestelle. Bewohner des 160-Einwoher großen Dorfes seien froh, wenn mal ein Auto Licht ins Dunkel bringe.

Straßenbeleuchtung in Brandenburg eine freilwillige Leistung

Doch warum kann der Schaden nicht einfach repariert werden? Im Haushalt ist für solche Fälle kein Geld vorgesehen. Jetzt soll ein Gutachten klären, wie teuer die Reparatur überhaupt st. Das kostet natürlich auch Geld. Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher sieht das Land in der Pflicht. Er bezieht sich auf die Brandenburger Kommunalgesetze. Demnach ist Straßenbeleuchtung in Brandenburg eine freilwillige Leistung. "Die Gemeinde ist also zu nichts verpflichtet", wird Rocher im RBB zitiert. Bislang reichte das Geld nur für eine Notbeleuchtung an der Bushaltestelle und an einer Kreuzung.

Rangsdorf wird nach Einschätzung des RBB aber wohl auf den Kosten sitzen bleiben. Am Donnerstag kommt das Thema in der Rangsdorfer Gemeindevertretung auf den Tisch. Dann soll entschieden werden, ob die Gemeinde die neue Beleuchtung bezahlen will.