Potsdam-Mittelmark

Weitere Opfer von Silvio S.? Polizei durchsucht Gärten

Silvio S., mutmaßlicher Mörder von Elias und Mohamed, könnte weitere Kinder getötet haben. Mit Spürhunden wurden Gärten durchsucht.

Der Leichnam von Elias war ist in einer Kleingartenalage in Luckenwalde entdeckt worden

Der Leichnam von Elias war ist in einer Kleingartenalage in Luckenwalde entdeckt worden

Foto: Steffen Pletl

Zwei Grundstücke im Kreis Potsdam-Mittelmark sind von der Polizei nach möglichen Hinweisen auf weitere Opfer des mutmaßlichen Kindsmörders Silvio S. durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte einen Bericht der Märkischen Allgemeinen.

Vier Tage vor Weihnachten ist ein Gartengrundstück in Treuenbrietzen untersucht worden. Zudem gab es Ermittlungen in einem Garten in der Gemeinde Seddiner See. In einem der Gärten hätten Grabungen stattgefunden, im anderen Grundstück habe es Bohrungen im Erdreich gegeben, um Geruchsmoleküle freizusetzen. „Beide Maßnahmen blieben ergebnislos“, sagte Staatsanwältin Sarah Kress gegenüber der Morgenpost.

Nach Informationen der MAZ prüfen die Ermittler einen Zusammenhang mit dem Verschwinden der fünf Jahre alten Inga aus Sachsen-Anhalt.

Der 32 Jahre alte Silvio S. hatte im vergangenen Jahr gestanden, die beiden Jungen Elias (6) und Mohamad (4) getötet zu haben. Er hatte den Ermittlern nach seiner Festnahme erklärt, er habe Mohamed missbraucht und mit einem Gürtel erdrosselt. Zu dem Mord an Elias machte er keine Angaben.

Prozess gegen Silvio S. soll in wenigen Monaten beginnen

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder könnte schon in wenigen Monaten beginnen. „Ich rechne mit einer Anklage im Frühjahr“, sagte der Potsdamer Rechtsanwalt Mathias Noll der Deutschen Presse-Agentur.

Der 32-Jährige wird von einem Gutachter auf seine Schuldfähigkeit untersucht. Das Ergebnis liege aber noch nicht vor, sagte Noll. „Mein Mandant hat keine weiteren Aussagen gemacht“, betonte der Anwalt. Der 32-Jährige hatte den Ermittlern nach seiner Festnahme erklärt, er habe Mohamed missbraucht und mit einem Gürtel erdrosselt. Zu dem Mord an Elias machte er keine Angaben.

Das Justizministerium bestätigte, dass der mutmaßliche Kindermörder weiterhin in Einzelhaft sitzt. „Das ist ungewöhnlich, weil er als suizidgefährdet gilt“, sagte Ministeriumssprecherin Maria Strauß. „Er soll aber vor möglichen Übergriffen von Mitgefangenen geschützt werden, weil er in Berlin schlechte Erfahrungen gemacht hat.“ Der Gefangene werde in der Einzelzelle in Brandenburg/Havel mit Video überwacht.

In einer Berliner Haftanstalt war der 32-Jährige von einem Mitgefangenen angegriffen worden. Inzwischen nehme der Häftling aber an einigen ausgewählten Sportgruppen teil, sagte Strauß. „Es wird versucht, ihn langsam in den Haftalltag zu integrieren.“