Bevölkerung

Berlins Speckgürtel wächst nur noch bis 2026

Berliner zieht es ins Umland. Am meisten legt die Region südwestlich von Berlin zu. Die Flughafengemeinden sind ebenfalls stark gefragt - trotz Fluglärms.

Potsdam/Berlin.  Im Berliner Umland wird es in den kommenden Jahren enger. Bis 2030 werden dort nach der neuesten Bevölkerungsprognose rund 973.800 Menschen leben. Das sind 36.500 mehr als derzeit. Nach den Berechnungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg erreicht die Einwohnerzahl im Speckgürtel von Berlin in den Jahren 2026 und 2027 den Höhepunkt mit 974.200 Einwohnern. Danach sinkt die Zahl allerdings wieder. 2028 werden es im Vergleich zum Vorjahr etwa 100 weniger sein, die im Speckgürtel leben. In den Jahren darauf wird wieder mit einer leichten Zu- und Abnahme gerechnet. Die Bevölkerung bleibt also relativ stabil. 2035 bis 2040 wird sich die Bewohnerzahl in den Städten und Gemeinden um Berlin herum auf 973.600 einpegeln.

Hier ein Blick auf die prognostizierte Entwicklung ausgewählter Kommunen. Er zeigt, dass vor allem die Region südlich, westlich und nördlich von Berlin in den kommenden Jahren mit Zuwächsen rechnen kann.

Flughafengemeinden (TF, LDS)

Die Flughafengemeinde Schönefeld wird von 13.760 Einwohnern im Jahr 2013 auf 19.938 wachsen – ein 44,9-prozentiger Zuwachs von 6178 Einwohnern. Schulzendorf legt acht Prozent zu, Rangsdorf nur um 0,7 Prozent. Das künftig am meisten von BER-Fluglärm betroffene Blankenfelde-Mahlow um 2,9 Prozent auf 26.406 im Jahr 2030. Das ist auf den ersten Blick überraschend. Doch bestehende Flughäfen zeigen: In der Nähe der Airports siedeln sich Betriebe an. Und wo Arbeitsplätze sind, ziehen Menschen hin.

Potsdam

Für die populäre Landeshauptstadt ist weiterhin ein starkes Wachstum vorausgesagt. Die Einwohnerzahl Potsdams wird laut Prognose auf 184.905 wachsen – um 14,5 Prozent. Das bedeutet einen Zuzug von 23.437 Einwohnern seit dem Jahr 2013. Die anderen drei großen Städte Brandenburgs – Cottbus, Brandenburg/Havel und Frankfurt an der Oder hingegen werden massiv Einwohner verlieren.

Südwestlich (P.-Mittelmark)

Die Region Teltow-Stahnsdorf-Kleinmachnow gilt als das Gebiet, das bundesweit am meisten an Einwohnern zulegt. Teltow ist dort Spitzenreiter – mit 27,6 Prozent Wachstum. 2013 zählte die an Zehlendorf angrenzende frühere Industriestadt 24.031 Einwohner, bis 2030 sollen 6624 hinzukommen, sodass es die 30.000-Einwohner-Marke deutlich überschreiten wird. Das daneben liegende Stahnsdorf boomt als Wohnort ebenfalls. 19,4 Prozent Bevölkerungswachstum wird der Gemeinde prognostiziert. 17.205 sind für 2030 vorhergesagt. Kleinmachnow hingegen, das auch an Zehlendorf grenzt, wächst laut Prognose nur noch um fünf Prozent – auf 21.421. Dies entspricht der Stadtpolitik: das Wachstum des Villenortes einigermaßen zu begrenzen.

Nördlich (Oberhavel)

Glienicke-Nordbahn: Für die beliebte Wohngemeinde, die an Reinickendorf grenzt, wird ein Wachstum von 5,1 Prozent vorausgesagt. Die Bevölkerung nimmt um 592 Menschen auf 12.259 Einwohner zu. Hennigsdorf hingegen verliert 5,5 Prozent Einwohner, Hohen Neuendorf gewinnt 2,7 Prozent, Velten wächst um 9,5 Prozent auf 12.671 Bewohner. Oranienburg legt um 3,1 Prozent zu, auf 43.341 Bewohner.

Nordöstlich (Barnim)

Die S-Bahn-Gemeinde Ahrensfelde wird laut Prognose bis 2030 fünf Prozent an Einwohnern verlieren. Es werden dann nur noch 12.135 dort wohnen. Bernau wächst nur noch leicht – um 0,6 Prozent auf 36.455 Einwohner. Für Wandlitz ist ein geringes Wachstum von 1,8 Prozent auf 21.600 Einwohner vorausgesagt. Panketal legt 0,2 Prozent zu.

Östlich (Märkisch-Oderland)

Petershagen/Eggersdorf gewinnt 2,6 Prozent Bewohner hinzu, Neuenhagen bei Berlin 6,5 Prozent. Hoppegarten wächst um 5,3 Prozent, Fredersdorf-Vogelsdorf um 4,2 Prozent. Rüdersdorf verliert hingegen 3,9 Prozent und schrumpft auf 14.534 Einwohner. Strausberg verliert leicht um 0,4 Prozent auf 25.653 Bewohner.

Südöstlich (Oder-Spree)

Die S-Bahn-Gemeinde Erkner verliert massiv: Ihr wird ein Einwohnerverlust von 10,6 Prozent vorhergesagt. Die Einwohnerzahl wird von 11.509 im Jahr 2013 auf nur mehr 10.293 sinken. Schöneiche bei Berlin schrumpft ebenfalls- um 5,3 Prozent auf 11.380 Bewohner. Woltersdorf gewinnt 1,1 Prozent hinzu.

Nordwestlich (Havelland)

Dallgow-Döberitz gehört zu den Wachstumsgewinnern. Es legt weiter zu – von 8989 im Jahr 2013 auf 11.097. Das sind 23,4 Prozent. Die Stadt Falkensee bleibt als Wohnort, angrenzend an Spandau, beliebt. Die Einwohnerzahl steigt auf 44.896 im Jahr 2030 – um 8,8 Prozent. Falkensee hat seit dem Fall der Mauer seine Einwohnerzahl verdoppelt und zahlreiche neue Wohngebiete ausgewiesen. Auch Brieselang wächst – um 7,1 Prozent auf 11.775 Bewohner.

Die Bevölkerungsvorausschätzung für das Land Brandenburg im Internet unter http://www.lbv.brandenburg.de/dateien/stadt_wohnen/rb_Aemterschaetzung_2014_bis_2030.pdf