Brandenburg

Kreistag votiert für umstrittenes Flüchtlingsheim in Kittlitz

In einer Lübbenauer Förderschule können jetzt die Vorbereitungen für ein Flüchtlingsheim beginnen. 100 Flüchtlinge sollen dort aufgenommen worden. Der Bürgermeister hatte Drohschreiben erhalten.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Vorbereitungen für das geplante Flüchtlingsheim in einer Lübbenauer Förderschule können beginnen. Im Kreistag des Landkreises Oberspreewald-Lausitz wurde am Donnerstagabend eine entsprechende Beschlussvorlage mehrheitlich angenommen, wie eine Sprecherin in Senftenberg mitteilte. In der Förderschule sollen ab Jahresende bis zu 100 Flüchtlinge aufgenommen werden. Zunächst war von bis zu 130 die Rede gewesen, jüngere Berechnungen hätten aber die neue Zahl ergeben, hieß es. In dem Ortsteil Kittlitz leben derzeit 137 Einwohner. Das Gebäude soll jedoch nur für drei Jahre als Heim genutzt werden, berichtete der RBB. Wegen der fehlenden Infrastruktur sei es nicht als Dauereinrichtung vorgesehen, heißt es.

Mit dem Beschluss wird die Verwaltung beauftragt, die Umnutzung des Gebäudes vorzubereiten und die baulichen Planungen zu veranlassen. Im Vorfeld hatte es viel Wirbel um das Flüchtlingsheim gegeben. Der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) hatte im Zusammenhang mit den Asyl-Plänen Drohschreiben erhalten. Der Ortsvorsteher von Kittlitz war zurückgetreten, weil er den Ort mit den Flüchtlingen überfordert sah.

Laut Kreis-Sprecherin muss der Landkreis in diesem Jahr Platz für 631 neue Flüchtlinge schaffen. Diese Zahl habe das Land am Donnerstag mitgeteilt. Bislang war von deutlich weniger die Rede gewesen. Im gesamten Land Brandenburg werden 2015 mehr als doppelt so viele Asylbewerber erwartet wie 2014. Nach einer neuen Prognose des Bundesamtes für Migration werde die Zahl der Antragsteller auf knapp 13.900 geschätzt, so das Innenministerium in Potsdam. Bislang war man von 9200 Flüchtlingen ausgegangen.