Filmstudio

Clooney, Law und Blanchett - Hollywood liegt in Babelsberg

Zurzeit dreht George Clooney im Filmstudio, Jude Law soll bald folgen. Und auch die Liste der vergangenen Besucher am Babelsberger Filmset liest sich wie ein „Who-ist-Who“ der Branche. Ein Überblick.

Foto: X Verleih AG

Bereits Ende vergangenen Jahres hat George Clooney Quartier im Soho House an der Torstraße bezogen. Seit dieser Woche leisten ihm dort seine Kollegen Bill Murray und Cate Blanchett Gesellschaft. Die drei Hollywood-Stars drehen im Filmstudio Babelsberg vor den Toren Berlins derzeit den Clooney-Film „The Monuments Men“. Das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt kann mittlerweile auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

In den 20er- und 30er-Jahren entstanden hier Kino-Klassiker wie „Metropolis“ und „Der blaue Engel“, zu DDR-Zeiten legendäre Defa-Filme wie „Jakob der Lügner“. Seit einem Ausbau in den 90er-Jahren hat auch Hollywood das Studio entdeckt. Tom Cruise stand dort 2007 für „Operation Walküre“ vor der Kamera. Roland Emmerich drehte 2010 den Historienfilm „Anonymus“ und verwandelte das Gelände in das London um das Jahr 1600 inklusive Globe Theatre. Den „Matrix“-Machern Lana und Andy Wachowski scheint es das Studio besonders angetan zu haben. Bereits drei ihrer Filme wurden in Babelsberg realisiert. Derzeit laufen die Vorbereitungen für einen Film von Wes Anderson mit Jude Law.

„The Monuments Men“ mit Cate Blanchett

Das Soho House an der Torstraße in Berlin-Mitte ist momentan Berlins Hollywood-WG: Cate Blanchett, Bill Murray und Matt Damon wohnen hier gemeinsam mit Regisseur George Clooney. Der dreht in den Filmstudios in Potsdam-Babelsberg seinen neuen Streifen „The Monuments Men“. Die Dreharbeiten für das Drama um eine spektakuläre Schatzsuche, das während des Zweiten Weltkriegs spielt, haben diese Woche begonnen.

Für Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett ist es bereits der zweite Film, den sie in Babelsberg dreht. 2011 stand sie dort für den Thriller „Wer ist Hanna?“ vor der Kamera. Doch nicht nur in den Filmstudios wird gedreht, auch Goslar im Harz wird ein Schauplatz sein. Dort standen am Sonnabend mehrere Tausend Menschen Schlange, um eine Komparsenrolle im neuen Film von George Clooney zu ergattern. Der Hollywoodstar selbst ließ sich beim Casting jedoch nicht blicken.

„Cloud Atlas“ mit Halle Berry

Bereits die Idee zu „Cloud Atlas“ entstand in Babelsberg. 2005 drehten Lana und Andy Wachowski in den Studios die Comicverfilmung „V wie Vendetta“. Hauptdarstellerin Natalie Portman las zu dieser Zeit den gleichnamigen Roman von David Mitchell und inspirierte die Geschwister zu ihrem Großprojekt. Gemeinsam mit Tom Tykwer schufen sie sechs Jahre später den bislang teuersten deutschen Film. Gedreht wurde 2011 auf Mallorca, in Schottland, in der Sächsischen Schweiz – und von September bis Dezember in Babelsberg. Als Hauptdarsteller konnte das Regie-Trio Halle Berry und Tom Hanks gewinnen. Noch bei der Premiere im November 2012 schwärmten die beiden von ihrem Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt.

„Unknown Identity“ mit Diane Kruger

Die aus Hildesheim stammende Hollywood-Schauspielerin Diane Kruger („Troja“) stand 2010 mit ihren Kollegen Liam Neeson und January Jones mehrere Monate für die deutsch-amerikanische Filmproduktion „Unknown Identity“ in den Filmstudios in Potsdam-Babelsberg vor der Kamera. Die Stadt Berlin spielt eine tragende Rolle in dem Actionthriller.

Diane Kruger verkörpert eine Taxifahrerin, die sich eine wilde Verfolgungsjagd durch die Straßen der Hauptstadt liefert. Für die Schauspielerin war „Unknown Identity“ bereits der dritte Hollywoodfilm, den sie in Babelsberg gedreht hat. 2009 stand sie für den Science-Fiction-Streifen „Mr. Nobody“ mit Jared Leto vor der Kamera. 2008 gehörte sie zum „Inglorious Basterds“-Team von Kult-Regisseur Quentin Tarantino. Während der Dreharbeiten zu „Unknown Identity“ wohnte Diane Kruger nicht im Hotel, sondern in einer privaten Wohnung in Kreuzberg.

„Inglourious Basterds“ mit Brad Pitt

Als Quentin Tarantino 2008 Komparsen für seinen neuen Film „Inglourious Basterds“ suchte, bildeten sich vor den Filmstudios Babelsberg lange Schlangen. Viele Berliner und Brandenburger wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, einmal mit Superstar Brad Pitt vor der Kamera zu stehen. Für seine Nazi-Satire verwandelte der Kult-Regisseur die Babelsberger Außenkulisse „Berliner Straße“ in einen Pariser Straßenzug mit dem Kino „Le Gamaar“. Auch deutsche Schauspieler kamen damals dank Tarantino zu Hollywood-Ehren. Unter anderem verpflichtete er Til Schweiger, August Diehl und Diane Kruger – und bescherte Christoph Waltz seinen ersten Oscar.