Nach Ausschreitungen im Anschluss an den deutschen Sieg im Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft gegen Portugal (3:2) hat die Polizei ein striktes Vorgehen gegen mögliche weitere Krawalle in Frankfurt (Oder) angekündigt. „Wir werden beim nächsten Spiel massiv darauf reagieren“, sagte der amtierende Frankfurter Polizeipräsident Arne Feuring am Freitag. Nach dem Spiel am Vorabend waren aus einer Gruppe von rund 250 Personen heraus in Frankfurts Innenstadt Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen worden. Drei Beamte und eine 24 Jahre alte Passantin erlitten Verletzungen. Elf mutmaßliche Randalierer kamen zeitweise in Gewahrsam, sechs von ihnen wurden vorläufig festgenommen.
Zeugenaussagen zufolge hatten einige der Hooligans Steine, die später gegen die Polizei geworfen worden, in Rucksäcken mitgebracht. „Da waren auch Krawalltouristen dabei“, sagte Feuring. Der überwiegende Teil der Randalierer kam nach ersten Erkenntnissen jedoch aus Frankfurt. Die Polizei prüfe, ob zum nächsten Spiel der deutschen Elf potenziellen Gewalttätern der Aufenthalt an bestimmten Plätzen der Stadt verboten wird. Am Donnerstag waren den Angaben zufolge „deutlich mehr als 100 Polizeibeamte" in Frankfurt im Einsatz. Ein Polizeifahrzeug wurde erheblich beschädigt.
Überwiegend feierten die Fans in Brandenburg nach dem Sieg ihrer Mannschaft jedoch ausgelassen und ohne Randale, wie die Polizei berichtete. In Potsdam etwa gab es Hupkonzerte und vereinzelte Feuerwerksraketen am Nachthimmel. Durch die Innenstadt von Guben (Spree-Neiße) zog allerdings laut Polizei eine Gruppe betrunkener, grölender Jugendlicher. Fünf von ihnen kamen in Gewahrsam. In Schöneiche (Oder-Spree) brachen Fußballfans gegen 23 Uhr eine Seitenscheibe aus einer Straßenbahn und traten eine Tür ein. Der Schaden wird auf 600 Euro geschätzt.
In Fürstenwalde musste die Polizei in der Nacht gegen Schaulustige einschreiten, die die Feuerwehr daran hinderten, eine Kreuzung von Müll und Flaschen zu reinigen, die nach dem Spiel dort hingeworfen worden waren. In Potsdam kam ein 23-Jähriger in Gewahrsam, weil er während des Spiels bei einem Public Viewing rechte Parolen gegrölt hatte. Nach Polizeiangaben musste der alkoholisierte junge Mann von 21.15 Uhr bis Mitternacht in der Wache bleiben. Damit verpasste er die zweite Halbzeit.



