Nach dem Großbrand auf dem munitionsverseuchten ehemaligen Truppenübungsplatz in Niedergörsdorf sind zwei Bundeswehrpanzer auf dem Gelände zum Einsatz gekommen. Sie sollten Schneisen schlagen und für die Feuerwehr Wege durch Wildwuchs und Heideland ebnen, sagte die Sprecherin des Kreis Teltow-Fläming, Heike Lehmann. Das würde Einsatzkräften ermöglichen, bei weiteren Feuern künftig besser an die Brandherde gelangen.
Noch immer beobachteten rund 20 Einsatzkräfte das Gelände, weil der Wind erneut ein Feuer entfachen könnte, berichtete Lehmann. In der Nacht zum Donnerstag seien auf dem einstigen Truppenübungsplatz keine weiteren Brände aufgeflammt. Die Ursache des Großbrandes ist Lehmann vorerst weiter unbekannt. Eine Möglichkeit sei die Selbstentzündung von Altmunition.
Der Großbrand war erst am Mittwoch mit Hilfe von Löschhubschraubern der Bundeswehr gelöscht worden. Das Feuer hatte im Boden lagernde Munition aus den vergangenen 120 Jahren explodieren lassen. Am Dienstag hatten die Flammen eine Fläche von der Größe von 300 Fußballfelder erfasst. Die Löscharbeiten waren besonders schwierig, da die Feuerwehr wegen der Explosionsgefahr das Gebiet nicht betreten durfte. Verletzte gab es nicht.
Auch im benachbarten Kreis Dahme-Spreewald liegen zahlreiche munitionsversuchte Flächen, die Feuerwehrleute bei Bränden nicht betreten dürften. So hat die Stadt Mittenwalde ihrer Feuerwehr nach eigenen Angaben verboten, das Gelände rundum die alte Munitionsfabrik zwischen Töpchin und Wünsdorf zu betreten. Auch andere Flächen seien als Folge der heftigen Gefechte zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 mit Munition hoch belastet. Nach Angaben des Kreises sind sie bisher aber nicht gekennzeichnet, obwohl dort bei Bränden Lebensgefahr bestehe.
Das Gelände in Niedergörsdorf wurde von 1864 bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1992 militärisch genutzt. Darum liegt in der Erde Munition verschiedenster Herkunft und Art. Das Gelände gehört der Stiftung Naturlandschaften und der landeseigenen Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG). Die Stiftung hat nach eigenen Angaben 21 Kilometer Wanderwege angelegt und die Munition aus der Erde geholt. Außerdem werde an einem Konzept gegen Waldbrände gearbeitet.
Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Teltow-Fläming, Danny Eichelbaum, nannte es einen „Skandal, dass 14 Jahre nach dem Abzug der sowjetischen Truppen die Kampfmunition auf den ehemaligen russischen Truppenübungsplätzen noch nicht vollständig beseitigt worden ist“. Die Einsatzkräfte seien durch dieses „Fehlverhalten“ gefährdet worden. Nicht nur die BBG und die Stiftung müssten unverzüglich ein Konzept zur Beseitigung von Kampfmitteln vorlegen. Auch Bund und Land müssten „endlich ihrer finanziellen Verantwortung für die Munitionsbergung nachkommen“.





